02 April 2026, 00:21

Agroforstwirtschaft könnte Niedersachsens Landwirtschaft revolutionieren – doch Hindernisse bleiben

Ein Bewässerungssystem auf einem grünen Feld mit einer Eisenrahmenstruktur im Vordergrund und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Agroforstwirtschaft könnte Niedersachsens Landwirtschaft revolutionieren – doch Hindernisse bleiben

Eine neue Studie deutet darauf hin, dass Agroforstwirtschaft in Niedersachsen erhebliche ökologische Vorteile bringen könnte. Die Region steht vor anhaltenden Herausforderungen durch die intensive Landwirtschaft, darunter Bodenerosion, Umweltverschmutzung und ein Rückgang der biologischen Vielfalt. Forscher gehen nun davon aus, dass fast alle landwirtschaftlichen Flächen in der Region für diesen nachhaltigen Ansatz geeignet wären.

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Agroforstwirtschaft verbindet Bäume und Sträucher mit Ackerbau oder Viehzucht und bietet so eine Möglichkeit, mehrere Probleme gleichzeitig anzugehen. In Niedersachsen, wo die intensive Landwirtschaft zu Nitrat- und Pestizidbelastungen geführt hat, könnte diese Methode die Bodenerosion verringern und die Wasserqualität verbessern. Durch das Anpflanzen von Gehölzstreifen lassen sich schädliche Nitrate herausfiltern, während gleichzeitig Kohlenstoff gebunden wird.

Die Studie hebt besonders das Potenzial für erosionsgefährdete Standorte und Ackerflächen hervor, die von Extremtemperaturen betroffen sind. Fast ein Drittel der landwirtschaftlichen Flächen Niedersachsens könnte von der Agroforstwirtschaft mehrfach profitieren – etwa durch eine höhere Klimaresilienz und die Schaffung neuer Lebensräume. Vögel und andere Wildtiere fänden so Nistplätze und Nahrungsquellen, was die lokale Artenvielfalt stärken würde.

Doch bleiben Hürden bestehen. Ein Großteil der landwirtschaftlichen Flächen ist gepachtet, was langfristige Investitionen wie die Agroforstwirtschaft schwieriger macht. Hohe Anfangskosten und Unsicherheiten bei den Nutzungsrechten erschweren die Umsetzung zusätzlich. Zudem stehen viele Gebiete unter Schutzstatus, was sorgfältige Planungen erfordert, bevor Änderungen vorgenommen werden können.

Die vielfältigen Landschaften Niedersachsens – von Wäldern und Mooren bis hin zu Nationalparks wie dem Harz und dem Wattenmeer – könnten von diesem Wandel profitieren. Zwar gibt es staatliche Förderungen von bis zu 80 Prozent für bestimmte Projekte, doch bleibt unklar, wie viele Flächen bis Mitte 2025 tatsächlich für die Agroforstwirtschaft genehmigt werden.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Agroforstwirtschaft eine praktikable Lösung für die landwirtschaftlichen Herausforderungen Niedersachsens sein könnte. Bei flächendeckender Einführung ließe sich die Umweltverschmutzung reduzieren, Ökosysteme stärken und Boden- sowie Wasserressourcen schützen. Doch werden die Fragen des Landbesitzes und regulatorische Prüfungen entscheidend sein, wie schnell und in welchem Umfang sich die Methode durchsetzen kann.

AKTUALISIERUNG

New state funding kicks in for agroforestry in Lower Saxony

Niedersachsen has resumed financial support for agroforestry systems from July 2025 under a new directive. Key details include:

  • 2025/07/01 marks the start of federal and state co-funded subsidies.
  • Projects must be implemented within 2 years of approval.
  • Funding covers shrub strips on agricultural land for production purposes.