14 March 2026, 22:04

Apotheken in Hessen kämpfen um Überleben – Politik und Branche fordern dringend Reformen

Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Logo, auf dem "19 Millionen Amerikaner werden geschätzt 400 Dollar pro Jahr an Arzneikosten sparen".

Apotheken in Hessen kämpfen um Überleben – Politik und Branche fordern dringend Reformen

Ein kürzlich stattgefundenes Treffen zwischen Vertretern des Landes und der Pharmabranche hat die wachsenden Sorgen über die wirtschaftlichen Belastungen lokaler Apotheken in den Fokus gerückt. Die Staatssekretärin Dr. Sonja Optendrenk aus dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration traf sich mit Noweda-Chef Dr. Michael Kuck, um die Herausforderungen im Rahmen des aktuellen Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) zu erörtern. Beide betonten die Dringlichkeit fairerer Regelungen und einer besseren finanziellen Unterstützung, um die Zukunftsfähigkeit der Apotheken zu sichern.

Die Gespräche fanden im Verteilzentrum von Noweda statt, wo Optendrenk und Kuck die finanzielle Belastung von Apotheken und Großhändlern analysierten. Kuck argumentierte, dass diese Betriebe dringend Entlastung benötigten – etwa durch eine höhere Festvergütung, um die steigenden Kosten zu decken. Er wies darauf hin, dass frühere Anpassungen mit der Inflation nicht Schritt gehalten hätten, sodass viele Apotheken um ihre Existenz kämpften.

Optendrenk teilte diese Bedenken und unterstrich, dass wirtschaftlich stabile Apotheken unverzichtbar seien, um die lokale Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten. Sie bezeichnete Apotheken zudem als "Eckpfeiler der Demokratie", da sie – besonders in ländlichen Regionen – oft die erste Anlaufstelle für medizinische Beratung und Arzneimittelsicherheit seien.

Ein zentraler Kritikpunkt war die Ungleichbehandlung von Präsenzapotheken im Vergleich zu Versandapotheken und Drogerien. Kuck betonte, dass Apotheken und Großhändler zwar mehr Leistungen erbrächten, aber strengeren Auflagen unterlägen. Er forderte ein Ende dieser Schieflage, um Patienten eine gleichbleibend hohe Versorgungsqualität zu garantieren.

In der Debatte wurde auch das ApoVWG thematisiert, das 2020 eingeführt wurde und Industrieversandapotheken erlaubt, Logistikunternehmen mit dem Versand von Medikamenten zu beauftragen. Zwar gleicht dies die Transportregeln denen klassischer Apotheken an, doch belasten aufwendige Meldepflichten die Großhändler weiterhin – viele halten diese für praxisfremd.

Hessen gehört zu den Bundesländern, die Teile des ApoVWG kritisch sehen, insbesondere das Modell einer "Apotheke ohne Apotheker". Der Landesregierung geht es um faire Wettbewerbsbedingungen und eine angepasste Vergütung, um die lokale Gesundheitsversorgung zu schützen.

Das Treffen machte deutlich, wie dringend politische Weichenstellungen sind, um Apotheken und Großhandel zu stärken. Kucks Forderung nach Gleichbehandlung und Optendrenks Fokus auf die flächendeckende Versorgung deuten auf anhaltende Verhandlungen über das ApoVWG hin. Ohne Reformen könnte nicht nur die wirtschaftliche Stabilität der Apotheken weiter gefährdet sein – sondern auch ihre zentrale Rolle in der Patientenversorgung.

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