11 March 2026, 16:04

Apotheker streiken am 23. März für faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen

Ein Plakat mit Text über die Arzneimittelkosten im Jahr 2022, mit ein paar Flaschen und einer Spritze unten.

Apotheker streiken am 23. März für faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen

Apotheker in ganz Deutschland bereiten landesweite Proteste für den 23. März vor. Sie werden ihre Apotheken schließen und Kundgebungen abhalten, um höhere Löhne zu fordern. Die Demonstrationen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Frustration über stagnierende Gehälter und Personalmangel in der Branche immer größer wird.

Dr. Christian Fehske, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Hagen, ist zu einer prägenden Stimme der Protestbewegung geworden. Kürzlich beantragte er beim Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) die Genehmigung, ein Foto als Protestplakat zu nutzen. Der Verband lehnte den Antrag ab und ignorierte seine Fragen zu den Tarifverhandlungen für AOK-Mitarbeiter.

Fehske wies auf die deutlichen Gehaltsunterschiede zwischen Apothekenmitarbeitern und anderen Berufen im Gesundheitswesen hin. So verdiene etwa ein Hausmeister bei der AOK Niedersachsen im Einstiegsgehalt mehr als eine Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) mit 15 Jahren Berufserfahrung. Aktuelle Daten zeigen, dass PTA je nach Erfahrung zwischen 2.149 und 2.783 Euro brutto im Monat verdienen.

Die Proteste richten sich nicht gegen politische Parteien, sondern gezielt gegen die Krankenkassen. Apotheker kritisieren, dass die Kassen hohe Managergehälter aufrechterhalten, während sie gleichzeitig Kürzungen bei der Finanzierung der Apotheken vorantreiben. Fehske warnte zudem vor den finanziellen Folgen einer siebenprozentigen Lohnerhöhung für AOK-Beschäftigte – die Kosten dafür könnten die Versicherten jährlich rund 250 Millionen Euro belasten.

Da keine Lösung in Sicht ist, verschärft sich der Personalmangel in der Branche weiter. Die Apotheker argumentieren, dass ohne faire Lohnanpassungen die Krise noch tiefer werden wird.

Am 23. März werden zahlreiche Apotheken geschlossen bleiben, während die Beschäftigten für bessere Arbeitsbedingungen demonstrieren. Fehske und andere betonen, dass die Aktion notwendig sei, um die seit Langem bestehenden Gehaltsungerechtigkeiten zu bekämpfen. Das Ergebnis der Proteste könnte künftige Verhandlungen zwischen Apotheken und Krankenkassen maßgeblich beeinflussen.

Quelle