Asse-Bergung: Radioaktiver Abfall bleibt auf unbestimmte Zeit im Bergwerk
Marie RichterVerwaiste Kernkraftwerks-Endlager Asse - Beginn der Bergung verschoben - Asse-Bergung: Radioaktiver Abfall bleibt auf unbestimmte Zeit im Bergwerk
Die Bergung von radioaktivem Abfall aus dem deutschen Bergwerk Asse wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Die ursprünglichen Pläne, die Rückholung ab 2033 zu beginnen, sind aufgrund ungelöster technischer und finanzieller Herausforderungen gescheitert. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) gibt nun zu, keinen neuen Zeitplan für die Aktion festlegen zu können.
In der ehemaligen Salzmine Asse lagern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall, die zwischen den 1960er- und 1970er-Jahren in 13 unterirdischen Kammern eingelagert wurden. Gesetzlich vorgeschrieben ist die Stilllegung des Standorts, wobei die BGE mit der Bergung des Abfalls beauftragt ist.
Ein 2020 von der BGE vorgelegter Vorschlag sah vor, die Rückholung 2033 zu beginnen – die damaligen Kostenschätzungen lagen bei über 3 Milliarden Euro. Doch das Konzept blieb ein grober Rahmen ohne detaillierte technische und finanzielle Planung. Seither sind die Ausgaben stark gestiegen.
Bis 2025 wurde das Gesamtbudget für das Projekt auf 5,3 Milliarden Euro nach oben korrigiert. Der Bund übernimmt 4,1 Milliarden Euro, das Land Niedersachsen steuert 1,2 Milliarden bei. Allein 1,9 Milliarden Euro sind für die Vorbereitung der Bergung vorgesehen, deren Abschluss frühestens 2035 erwartet wird. Die Steigerung spiegelt höhere Sicherheitsstandards und technische Komplexität wider, wie eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2024 bestätigt.
Trotz der finanziellen Anpassungen sieht sich die BGE weiterhin mit erheblichen Unsicherheiten konfrontiert, die eine verbindliche Festlegung eines Starttermins für die Bergung verhindern. Ein Update zum Planungsstand wird im April erwartet.
Die unbestimmte Verzögerung bedeutet, dass die 126.000 Fässer mit radioaktivem Abfall vorerst im Bergwerk Asse verbleiben. Die BGE arbeitet unter rechtlichem Druck weiter an der Stilllegung des Standorts, doch ein neuer Zeitplan steht weiterhin aus. Die Kosten haben sich seit 2020 mehr als verdoppelt und belaufen sich nun auf 5,3 Milliarden Euro.