Asylanträge sinken stark – doch die Debatte um Grenzkontrollen bleibt hitzig
Jonas HoffmannAsylanträge sinken stark – doch die Debatte um Grenzkontrollen bleibt hitzig
Asylanträge in Deutschland gehen deutlich zurück
Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken. Der Migrationsforscher Gerald Knaus führt diesen Rückgang vor allem auf Entwicklungen in Syrien zurück – und weniger auf die deutsche Politik. Gleichzeitig steht die Regierung wegen ihrer Fokussierung auf Zurückweisungen an den Binnengrenzen in der Kritik: Die Maßnahmen gelten als unwirksam und rechtlich fragwürdig.
2024 nahmen Deutschland und Österreich 80 Prozent aller in der EU geschützten Syrer auf. Doch nun verzeichnen beide Länder einen deutlichen Rückgang der Ankünfte, wobei Deutschland besonders stark weniger Asylanträge verzeichnet als im Vorjahr.
Seit Mai 2025 hat die Bundesregierung die Zurückweisungen an den Grenzen zu Österreich, Polen und der Schweiz ausgeweitet. Noch vor einem Jahrzehnt wurden solche Schritte allein von der rechtspopulistischen AfD gefordert. Knaus argumentiert, dass diese Praxis gegen EU-Recht verstößt und trotz des hohen Aufwands keine nachhaltigen Ergebnisse bringt.
Statt auf Zurückweisungen zu setzen, rät Knaus der Politik, die aktuelle Entspannung bei den Antragszahlen als Chance zu nutzen. Er plädiert für langfristige, humane Kontrollen irregulärer Migration in die EU – statt auf kurzfristige Abschreckungsmaßnahmen. Der Rückgang der Asylsuchenden hat zwar den Druck auf Deutschland und Österreich verringert, doch die Debatte über die Zurückweisungen hält an. Knaus betont, dass rechtlich fundierte und nachhaltige Lösungen – nicht Grenzkontrollen – die künftige Migrationspolitik prägen sollten. Die Regierung steht nun vor der Herausforderung, Sicherheit mit der Einhaltung der EU-Standards in Einklang zu bringen.






