04 April 2026, 16:03

Bayreuther Festspiele verlieren Bundesförderung wegen Wagners Antisemitismus

Plakat für Rudolf Sieczynskis Oper "Wien, du Stadt Meiner Träume" mit einer Stadtansicht im Hintergrund und Text zur Vorstellung.

Bayreuther Festspiele verlieren Bundesförderung wegen Wagners Antisemitismus

Kulturminister Wolfram Weimer plant Streichung der Bundesförderung für die Bayreuther Festspiele

Bundes Kulturminister Wolfram Weimer hat angekündigt, die staatliche Finanzierung der Bayreuther Festspiele zu streichen. Die Entscheidung folgt neuen Enthüllungen über Richard Wagners extremen Antisemitismus und seine politischen Ansichten. Weimer argumentiert, dass öffentliche Gelder keine Projekte unterstützen sollten, die mit extremistischen Ideologien verbunden sind.

Kritik übte der Minister an seiner Vorgängerin Claudia Roth, die die Bundesmittel für das Festival erhöht hatte. Unter ihrer Führung erhielt Bayreuth mit rekordhohen 84,7 Millionen Euro einen Spitzenplatz im Haushaltsplan. Weimer warf ihr vor, dabei Wagners militanten Antisemitismus ignoriert zu haben – eine Haltung, die er mit Persönlichkeiten wie Karl Marx und Michail Bakunin teilte.

Der Minister verwies auf Wagners gewalttätige Rhetorik, darunter die Äußerung, Juden sollten "ihre eigene Vernichtung durch Selbstauslöschung beschleunigen". Bei einer Aufführung von Nathan der Weise soll Wagner sogar einen "Witz" über das Verbrennen von Juden gemacht haben. Zudem skizzierte Weimer Wagners politisches Wandelbild und bezeichnete ihn zeitweise als "linksanarchistischen Staats- und Kapitalfeind".

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Obwohl Wagner später mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht wurde, betonte Weimer, dass seine Ideologie bereits vor Hitlers Regime entstand. Als Beispiel nannte er Stalins Auftrag für die Walküre am Bolschoi-Theater 1940, die Wagners ambivalentes Erbe unterstreiche. Allerdings zeigen sowjetische Archive, dass seine Werke in den 1920er- bis 1940er-Jahren nicht offiziell gefördert wurden und später im Zuge der Bekämpfung "bürgerlich-dekadenter" Kunst unterdrückt wurden.

Weimer bestand darauf, dass Wagners Opern – einst als "Soundtrack des Roten Terrors" bezeichnet – nicht von den Überzeugungen ihres Schöpfers zu trennen seien. Künftig werde der Staat keine Projekte mehr finanzieren, die Extremismus verbreiten. Die Mittelkürzung markiert einen Kurswechsel in der deutschen Kulturpolitik. Weimers Entscheidung knüpft direkt an Wagners dokumentierten Antisemitismus und politischen Extremismus an. Ohne Bundesgelder steht die Zukunft der Bayreuther Festspiele nun vor großen Unsicherheiten.

Quelle