Berlin gegen Lüneburg: Das Finale um die deutsche Volleyball-Krone mit historischer Brisanz
Marie RichterBerlin gegen Lüneburg: Das Finale um die deutsche Volleyball-Krone mit historischer Brisanz
Das Finale der deutschen Volleyball-Meisterschaft der Männer: Berlin trifft auf SVG Lüneburg in einem Duell mit hoher Brisanz
Für die Berliner Volleys geht es um den zehnten Titel in Folge – ein Sieg würde ihre jahrzehntelange Vorherrschaft zementieren. Die SVG Lüneburg hingegen will genau diese Dominanz brechen und selbst erstmals an die Spitze des deutschen Volleyballs aufsteigen. Die Serie könnte sich über maximal fünf Spiele erstrecken, wobei Berlins neuer Trainer Markus Steuerwald dann erst 21 Tage im Amt wäre, sollte es so weit kommen.
Die Hauptstädter erreichen das Finale nach einer durchwachsenen Saison. Frühe Niederlagen im Pokal-Halbfinale und in der Gruppenphase der Champions League zwangen das Team, sich ganz auf die Meisterschaft zu konzentrieren, um noch einen Titel zu holen. Steuerwald, der am 27. April das Zepter von Alexandre Leal übernahm, sollte eigentlich erst in der nächsten Saison die Grizzlys Giesen coachen. Nun steht er vor der Herausforderung, die Mannschaft in kürzester Zeit zum Erfolg zu führen.
Lüneburg hingegen hat in dieser Saison bereits Geschichte geschrieben: Die Mannschaft gewann das Pokalfinale gegen Friedrichshafen und beendete die Hauptrunde erstmals als Tabellenführer. Trainer Stefan Hübner, seit 2011 im Amt, hat den Verein zu einer europäischen Größe geformt. Trotz Interesse anderer Clubs und des Verbandes verlängerte er kürzlich seinen Vertrag bis 2030 – ein klares Bekenntnis zu Lüneburgs langfristigem Kurs.
In den direkten Duellen der jüngeren Vergangenheit hatte Berlin meist die Oberhand: Sowohl im League Cup als auch im Rückspiel der Liga setzte sich das Team durch. Dennoch bezeichnet Geschäftsführer Kaweh Niroomand das Finale als ein "50:50-Duell" und vertraut darauf, dass Steuerwald liefern wird. Ein Sieg Lüneburgs würde die 27-jährige Vorherrschaft von Berlin und Friedrichshafen beenden – und die deutsche Volleyball-Landschaft nachhaltig verändern.
Für Berlin bietet das Finale die Chance, eine enttäuschende Saison mit einem weiteren Meistertitel zu krönen. Für Lüneburg wäre der Triumph der erste Ligatitel der Vereinsgeschichte – und das Ende jahrzehntelanger Dominanz der Konkurrenten. Am Ende wird es darauf ankommen, welches Team den Druck in einer möglicherweise fünf Spiele dauernden Serie besser standhält.






