30 March 2026, 20:04

Berliner Ausbildungsabgabe: Unternehmen zahlen ab 2028 bei verfehlten Quoten

Logo der Berlin Finance Initiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit blau-weißem Karomuster, auf einem weißen Hintergrund mit der schwarzen, fetten Schrift "Berlin Finance Initiative".

Berliner Ausbildungsabgabe: Unternehmen zahlen ab 2028 bei verfehlten Quoten

Berlin führt Ausbildungsabgabe ein – Unternehmen zahlen bei verfehlten Quoten

Berlin hat eine neue Ausbildungsabgabe eingeführt, die Unternehmen bestraft, die ihre Ausbildungsquoten nicht erfüllen. Ab 2028 müssen Betriebe mit mindestens zehn Beschäftigten mindestens 4,6 Prozent ihrer Belegschaft ausbilden – oder in einen zentralen Fonds einzahlen. Die Maßnahme soll die berufliche Ausbildung stärken, stößt aber bereits auf Kritik bei lokalen Unternehmen.

Das Abgeordnetenhaus von Berlin verabschiedete das Gesetz, das sich vor allem gegen Unternehmen richtet, deren Ausbildungsquoten unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Die Zahlungen beginnen 2028 und basieren auf Daten aus dem Jahr 2027. Mit der Abgabe sollen jährlich rund 75 Millionen Euro eingenommen werden.

Mehrere Wirtschaftsvertreter haben sich gegen die Entscheidung ausgesprochen. Moritz Kreppel, Gründer von Urban Sports Club, bezeichnete die Regelung als "Bestrafung für Geschäftsmodelle, die nicht in das klassische Ausbildungssystem passen". Sein Unternehmen und andere müssten zahlen, einfach weil ihre Stellenprofile nicht zu den herkömmlichen Ausbildungsprogrammen passten.

Marius Meiners von Peec AI hielt die Einstellung von Auszubildenden für "absolut undurchführbar" – bedingt durch Arbeitsbelastung und Teamstrukturen. Zwar werde sein Unternehmen die finanzielle Strafe akzeptieren, doch warnte er, die Abgabe mache Deutschland für Unternehmen weniger attraktiv. Ralph Hage, Gründer von Lap Coffee, pflichtete dem bei und nannte die Politik ein "weiteres falsches Signal" aus Berlin.

Agnieszka Walorska von Mika verwies auf ein grundlegendes Problem: das sinkende Interesse junger Menschen an dualen Ausbildungen. Lap Coffee setzt unterdessen auf Automatisierung und visuelle Lernmethoden, um sich an moderne Bildungsanforderungen anzupassen – statt auf traditionelle Ausbildungswege.

Die Abgabe gilt ab 2028 für Unternehmen mit zehn oder mehr Mitarbeitenden. Wer die 4,6-Prozent-Marke verfehlt, muss unabhängig vom Geschäftsmodell in den Fonds einzahlen. Kritiker monieren, die Regelung gehe an den eigentlichen Herausforderungen des Berliner Ausbildungssystems vorbei.

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