09 May 2026, 22:03

Biennale Venedig 2025: Boykott-Debatte überschattet Kunstfest unter dem Motto In Moll

Plakat für Imre Kiralfys Super-Spektakel in Venedig in der Olympia, das kostümierte Künstler vor einem gebogenen und säulenreichen Gebäude mit Laternen und Bäumen im Hintergrund zeigt.

Biennale Venedig 2025: Boykott-Debatte überschattet Kunstfest unter dem Motto In Moll

Die Biennale Venedig 2025 hat mit 100 Nationalpavillons und 111 Teilnehmenden unter dem Motto In Moll ihre Pforten geöffnet. In diesem Jahr ist die lusophone Welt besonders stark vertreten – mit Beiträgen aus Portugal, Brasilien und Osttimor. Doch die Kontroverse um einen Boykott der Ausstellungen Russlands und Israels durch die internationale Jury hat das Festival überschattet.

Der portugiesische Beitrag stammt vom Künstler Alexandre Estrela, dessen Projekt RedSkyFalls im Palazzo Fondaco Marcello zu sehen ist. Estrela positionierte sich öffentlich gegen die Teilnahme Russlands und Israels und verwies dabei auf Vorwürfe von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Seine Haltung deckt sich mit dem Boykottaufruf der Biennale-Jury, der zum Rücktritt aller fünf Mitglieder führte.

Die Biennale-Stiftung und die italienische Regierung lehnten Forderungen nach einem Ausschluss ab und beriefen sich auf institutionelle Neutralität. Trotz der Proteste zeigt der russische Pavillon, betitelt Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel und kuratiert von Anastasiia Karneeva, Werke von rund 40 Künstlerinnen und Künstlern. Israels Ausstellung Rose des Nichts, kuratiert von Michael Gov zusammen mit Avital Bar-Shay und Sorin Heller, präsentiert Arbeiten des Künstlers Belu-Simion Fainaru.

Der Rückzug der Jury zwang die Organisatoren, die Verleihung der Goldenen Löwen zu verschieben. Stattdessen wurde die neue Kategorie Besucher-Löwen eingeführt. Die Biennale, zu der auch 31 Parallelausstellungen gehören, läuft noch bis zum 22. November 2025.

Trotz Boykott und Jury-Rücktritten findet die Biennale 2025 wie geplant statt. Russland und Israel bleiben Teil des Programms, während Portugal, Brasilien und Osttimor die lusophone Welt vertreten. Die neu geschaffenen Besucher-Löwen ersetzen die verschobenen Goldenen Löwen – eine markante Veränderung in diesem Jahr.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle