13 March 2026, 18:03

Buchhandelspreis: Weimer streichte drei Buchhandlungen ohne klare Begründung

Ein offenes Buch mit dem Titel "Eine Ansprache vor einer Versammlung der Mitglieder und Freunde der Pennsylvania Anti-Slavery Society während der jährlichen Messe" auf dem Cover, das eine Seite mit schwarzem Text zeigt.

Buchhandelspreis: Weimer streichte drei Buchhandlungen ohne klare Begründung

Kulturminister Wolfram Weimer hat drei Buchhandlungen von der Shortlist des Deutschen Buchhandelspreises gestrichen. Die Entscheidung folgt auf Vorwürfe wegen "verfassungsrelevanter Feststellungen", wobei keine konkreten Gründe genannt wurden. Die Gewerkschaft ver.di, die die betroffenen Buchhandlungen vertritt, kritisiert den Schritt scharf als Angriff auf die kulturelle Freiheit.

Zu den ausgeschlossen Buchhandlungen gehören Rote Straße in Göttingen und The Golden Shop, die beide mit dem ver.di-Landesverband verbunden sind. Eine unabhängige Jury hatte sie ursprünglich für den Preis ausgewählt, doch Weimer setzte die Entscheidung ohne nähere Begründung außer Kraft. Weder der Minister noch das Verfassungsschutzamt haben die angeblichen Bedenken erläutert.

Andrea Wemheuer, Vorsitzende des ver.di-Landesverbands, bezeichnete den Ausschluss als "katastrophal". Sie betonte, dass Buchhandlungen unverzichtbare Orte des kulturellen Austauschs und der freien Meinungsäußerung seien. Die Gewerkschaft zeigte sich solidarisch mit den betroffenen Läden, während auch aus weiteren Teilen der Verlagsbranche Unterstützung kommt.

Die mangelnde Transparenz wirft Fragen zum Entscheidungsprozess auf. Wemheuer argumentierte, dass die Geheimhaltung der Gründe das Vertrauen in öffentliche Institutionen untergräbt. Die Maßnahme hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob politische Erwägungen eine Rolle spielten.

Die Buchhandlungen bleiben von der Shortlist ausgeschlossen, ohne dass mit weiteren Erklärungen zu rechnen ist. Der Streitfall verdeutlicht die Spannungen zwischen staatlicher Aufsicht und kultureller Unabhängigkeit. Die Solidarität mit den ausgeschlossen Läden wächst indes weiter in der Branche.

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