CDU-Skandal in Niedersachsen: KI-Deepfake-Video erschüttert Landesgruppe und kostet zwei Mitarbeiter ihre Jobs
Marie RichterCDU-Skandal in Niedersachsen: KI-Deepfake-Video erschüttert Landesgruppe und kostet zwei Mitarbeiter ihre Jobs
Ein Skandal um ein explizites Video erschüttert die CDU-Landesgruppe in Niedersachsen. Der Vorfall führte zu disziplinarischen Maßnahmen gegen Mitarbeiter, darunter eine Entlassung und eine Suspendierung. Die Führung bezeichnete die Inhalte nach ihrer Verbreitung in einer privaten WhatsApp-Gruppe als „unertraglich, frauenfeindlich und erniedrigend“.
Die Gruppe mit dem Namen „MitGLIEDER“ umfasste zwei Drittel der männlichen Mitarbeiter der Fraktion und verfügte über ein provokantes Profilbild. Die Folgen des Skandals haben die CDU um zwei Mitarbeiter gebracht und zu Krisensitzungen unter Spitzenvertretern geführt.
Der Streit begann, als in der WhatsApp-Gruppe ein Video einer jungen Mitarbeiterin in Bikini geteilt wurde. Zunächst schien es zu zeigen, wie sie suggestiv tanzt. Später stellte sich heraus, dass die Aufnahme mit Hilfe von KI-Deepfake-Technologie manipuliert worden war, um einen Oralverkehr vorzutäuschen.
Adrian Mohr, damals Fraktionsgeschäftsführer, ordnete die Löschung des Videos an und erteilte dem Ersteller eine offizielle Abmahnung. Carina Herrmann, eine weitere Führungskraft, soll von dem Vorfall gewusst haben. Dennoch wurde der Urheber später fristlos entlassen, und auch Mohr wurde suspendiert. Rechtliche Konsequenzen blieben jedoch aus, da die Beweislage unzureichend war.
Das Opfer erfuhr erst drei Monate nach der Verbreitung von dem Video. Diese Verzögerung löste Notfallberatungen in der Fraktionsspitze aus, die in einer öffentlichen Stellungnahme am 1. April gipfelten. Einen Monat später erklärte die CDU den Fall für abgeschlossen – weitere arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen seien nicht zu erwarten.
Als Reaktion ernannte die Partei Barbara Otte-Kinast zur Ombudsfrau und zog externe Mediatoren hinzu. Ihre Aufgabe bestand darin, das Arbeitsklima zu verbessern und die durch den Vorfall entstandenen Schäden zu beheben. Fraktionschef Sebastian Lechner verurteilte das Video in scharfen Worten als Verstoss gegen die Standards am Arbeitsplatz.
Die CDU-Fraktion in Niedersachsen hat durch den Skandal zwei Mitarbeiter verloren. Externe Mediation und die eingesetzte Ombudsfrau sollen nun das Vertrauen im Team wiederherstellen. Die Partei hat den Fall intern abgeschlossen, doch der Vorfall wirft weiterhin Fragen zur Unternehmenskultur und Verantwortung auf.






