Christian Ulmen in der Krise: Ex-Frau wirft ihm digitale Gewalt und Identitätsmissbrauch vor
Hannah SchneiderChristian Ulmen in der Krise: Ex-Frau wirft ihm digitale Gewalt und Identitätsmissbrauch vor
Deutscher Komiker Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau ausgesetzt
Der deutsche Komiker Christian Ulmen steht nach schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau, der Moderatorin Collien Fernandes, in der Kritik. Sie wirft ihm vor, unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt, explizite Inhalte verbreitet und in ihrer Identität Telefonssex geführt zu haben. Fernandes bezeichnet seine Handlungen als "virtuelle Vergewaltigung" – die Anschuldigungen haben eine öffentliche Debatte ausgelöst.
Die Kontroverse hat bereits berufliche Konsequenzen für Ulmen: Der Sender ProSieben nahm seine Serie Jerks. von der Streaming-Plattform, und die Shop Apotheke beendete eine Werbekampagne mit ihm.
Bekannt wurde Ulmen in den mittleren 2000er-Jahren durch provokante Reality-Formate. In Mein neuer Freund spielte er wöchentlich einen anderen "schrecklichen Freund" und demütigte Frauen gezielt, indem er sich vor deren Familien absichtlich unmöglich benahm. Ein weiteres Format, Wer will meine Freundin vögeln?, ließ Männer in derben Challenges gegeneinander antreten, um zu beweisen, wer die "heißeste" Freundin habe. Wer die Demütigungen bis zum Schluss ertrug, erhielt Geldpreise.
Auch abseits der Kamera zog Ulmens Privatleben Aufmerksamkeit auf sich. Als seine Beziehung zu Moderatorin Collien Fernandes 2010 öffentlich wurde, gab es kritische Stimmen zu ihrer Partnerwahl. Jetzt hat Fernandes die Vorwürfe erhoben: Ulmen soll sie im Netz impersoniert, unter ihrem Namen Telefonssex geführt und andere Frauen auf ähnliche Weise belästigt haben. Ihr öffentliches Statement reiht sich in eine wachsende Zahl von Fällen ein, in denen Frauen Männer digitaler Übergriffe beschuldigen.
Rechtlich wurden gegen Ulmen in Deutschland bisher keine offiziellen Anklagen erhoben – seine Anwälte kündigten lediglich Klagen wegen angeblicher Falschberichterstattung gegen Medien wie den Spiegel an. Allerdings leitete ein Gericht in Palma de Mallorca vorläufige Ermittlungen ein, die sich noch in einem frühen Stadium befinden. Unter dem Grundsatz der Unschuldsvermutung gab es Stand 20. März 2026 keine weiteren rechtlichen Schritte.
Die öffentliche Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. In Online-Diskussionen wird auf das Motto der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot verwiesen: "Die Scham muss die Seite wechseln." Unterdessen leidet Ulmens Karriere – Plattformen distanzieren sich von seinen Projekten.
Die Vorwürfe haben unmittelbare berufliche Folgen: Seine Shows wurden abgesetzt, Werbeverträge gekündigt. Während die juristischen Verfahren in Spanien noch am Anfang stehen, hat der Fall bereits eine breitere Debatte über digitale Gewalt und Verantwortung entfacht.
Fernandes' Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu gehen, ermutigt andere Betroffene, ähnliche Erfahrungen zu teilen – und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Folgen solcher Übergriffe für die Opfer.






