08 April 2026, 06:04

Die 2000er kehren zurück – doch die Gesellschaft hat sich radikal verändert

Eine Gruppe von Kindern in modischer Kleidung aus dem 19. Jahrhundert, die draußen mit Bäumen und Pflanzen stehen, mit Text unten, der "Neuste Pariser Moden" lautet.

Die 2000er kehren zurück – doch die Gesellschaft hat sich radikal verändert

Die 2000er-Jahre waren eine Ära mutiger Mode, ungeschönter Meinungen und einer ganz anderen Art öffentlicher Kritik. Von Hüftjeans bis zu hitzigen Debatten prägte die Dekade ein roher, ungebremster Energieausbruch – zum Guten wie zum Schlechten. Nun, da einige Trends ein Comeback feiern, blicken viele zurück und fragen sich, wie sehr sich die Welt seitdem verändert hat.

Laut Forschern der Northwestern University kehrt die Mode der Nullerjahre zurück. Sie fanden heraus, dass Frauentrends etwa alle 20 Jahre wiederaufleben. Hüftjeans mit Schlag, klobige Gürtel und Bodycon-Kleider – einst Grundausstattung der Dekade – könnten bald wieder in den Kleiderschränken landen.

Der kulturelle Ton der Zeit war deutlich weniger zurückhaltend. Prominente standen unter gnadenloser Beobachtung, Magazine wie Heat zerpflückten ihre Cellulite und privaten Krisen. Britney Spears' psychische Gesundheit litt unter dem schonungslosen Medienrummel. Gleichzeitig konnte man damals kontroverse Ansichten äußern, ohne sofort mit "Cancel Culture" rechnen zu müssen. Heute werden Persönlichkeiten wie Richard Dawkins wegen angeblich "islamfeindlicher" Äußerungen aus akademischen Kreisen ausgeschlossen, während J.K. Rowling als "TERF" gebrandmarkt wird – ein Stigma, das ihr Harry-Potter-Erbe überschattet.

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Auch soziale Umgangsformen waren direkter. Aufdringliches Flirten und offene Schikane gehörten zum Alltag, während moderne Feindseligkeit oft subtiler daherkommt: eisiges Schweigen oder anonyme Todesdrohungen in sozialen Medien. Emily Blunt gestand kürzlich, die respektlose Unverfrorenheit des Films Der Teufel trägt Prada (2006) zu vermissen – ein Werk, das den scharfen Geist der Epoche einfing.

Für viele, die sie erlebten, waren die Nullerjahre eine Mischung aus rücksichtsloser Freiheit und harter Realität. Eine ehemalige Studentin erinnerte sich an ihr erstes Jahr an der Universität Bristol 2006: Kettenrauchen, exzessives Feiern, geschwänzte Vorlesungen – Verhaltensweisen, die heute wohl auf weitaus mehr Verurteilung stoßen würden.

Das Wiedererstarken der Nullerjahre-Mode zeigt, wie schnell Trends zurückkehren – doch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich radikal gewandelt. Was einst akzeptiert war – in Sprache, Medien oder Verhalten –, zieht heute oft weitreichende Konsequenzen nach sich. Das Erbe der Ära bleibt ambivalent: eine Mischung aus Wehmut und Erleichterung, dass sich manche Dinge zum Besseren verändert haben.

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