Digitales Buchungssystem für E-Lkw-Ladezeiten erfolgreich im Praxistest
Hannah SchneiderDigitales Buchungssystem für E-Lkw-Ladezeiten erfolgreich im Praxistest
Neues digitales System für die Buchung von Ladezeiten für E-Lkw erfolgreich getestet
Ein neues digitales Buchungssystem für Ladeplätze von Elektro-Lkw hat seine erste erfolgreiche Pilotphase abgeschlossen. Entwickelt von UnternehmerTUM und einer Gruppe von Industriepartnern, soll das Projekt veraltete manuelle Planungsmethoden durch eine effiziente, interoperable Plattform ersetzen. Noch im März 2026 setzen die meisten Logistikunternehmen auf Excel-Tabellen und kurzfristige Abstimmungen für ihre Ladevorgänge.
Im Rahmen des Projekts "Truck Charging" arbeiteten führende Akteure wie MAN Truck & Bus, E.ON Group Innovation und Fryte Mobility zusammen. Weitere Beteiligte waren Alpitronic, AVL, die Metzger Spedition, Cosmic Cat sowie die Stadt München. Mithilfe des Co-Innovations-Ansatzes von UnternehmerTUM entstand innerhalb von nur sechs Monaten ein funktionsfähiger Prototyp.
Das System verbindet zwei Plattformen: das digitale Buchungstool von FRYTE und die Truck Reservation Platform von E.ON. Es ermöglicht Logistikunternehmen, Routen zu planen, Ladezeiten zu koordinieren und verbindliche Reservierungen für öffentliche sowie betriebsinterne Ladestationen vorzunehmen. Ein Live-Test im Februar 2026 bestätigte die Praxistauglichkeit unter realen Bedingungen.
Aktuell kämpft die Branche mit mangelnder Transparenz über verfügbare Ladestationen, unvorhersehbaren Ausfallzeiten und fehlenden sicheren Lösungen für die gemeinsame Nutzung von Depot-Infrastrukturen. Die meisten Unternehmen steuern ihre Abläufe noch manuell – mit entsprechenden Ineffizienzen und Verzögerungen. Der erfolgreiche Pilotversuch markiert einen ersten Schritt hin zu einer skalierbaren, klimafreundlichen Lösung für den Güterverkehr.
Mit dem Abschluss des Projekts ist der Grundstein für die Weiterentwicklung eines interoperablen Depot-Ökosystems gelegt. Das System soll die Effizienz steigern und die Emissionen im Gütertransport reduzieren. Angesichts der noch weit verbreiteten manuellen Planung könnte dieser digitale Ansatz zum Vorbild für eine breitere Branchenübernahme werden.