Ehegattensplitting spart Familien jährlich 25 Milliarden Euro an Steuern
Anna SchmittEhegattensplitting spart Familien jährlich 25 Milliarden Euro an Steuern
Deutschlands Ehegattensplitting spart Steuerzahlern jährlich rund 25 Milliarden Euro Eine neue Analyse des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, wie diese Ersparnisse auf die Familien verteilt werden. Die für das Handelsblatt berechneten Ergebnisse basieren auf Daten des Mikrozensus 2018.
Den größten Teil der Steuervergünstigungen erhalten Eltern: Fast zwei Drittel der gesamten Entlastung fließen an Haushalte mit "steuerrelevanten Kindern" – also unter 18-Jährigen oder solchen, die sich noch in Ausbildung befinden. Ein weiterer Anteil kommt Eltern zugute, deren Kinder ihr Studium bereits abgeschlossen haben.
Verheiratete Paare mit Kindern profitieren von 90 Prozent der gesamten Steuerersparnis, die restlichen 10 Prozent entfallen auf kinderlose Ehepaare. Bei den Familien mit Kindern erhalten 63 Prozent der Haushalte, in denen beide Partner ein Einkommen beziehen, den größten Vorteil. Einverdienerehepaare, bei denen nur ein Partner arbeitet, machen 37 Prozent der Begünstigten aus.
Das System ist seit über einem Jahrzehnt unverändert geblieben. Trotz anhaltender Debatten gab es seit der letzten großen Reform keine Änderungen bei der Verteilung der Vorteile. Die von Minister Klingbeil für 2026 vorgeschlagenen Anpassungen würden nur neu verheiratete Paare betreffen und die bestehende Struktur für bereits Verheiratete unangetastet lassen.
Die IW-Analyse unterstreicht, wie das Ehegattensplitting in Deutschland weiterhin Familien mit Kindern begünstigt. Der Großteil der Steuerersparnisse geht zwar an Doppelverdiener-Haushalte, doch auch Einverdienerehepaare profitieren deutlich. Künftige Reformen würden voraussichtlich zunächst nur neu geschlossene Ehen betreffen, ohne das bestehende System grundlegend zu verändern.






