02 April 2026, 14:03

EMAF in Osnabrück gerät wegen umstrittenem Kurzfilm in die Kritik

Plakat für ein Festival in München mit einem Bild einer Frau mit einem menschlichen Gesicht, umgeben von Menschen und B├Ąumen, mit Text.

EMAF in Osnabrück gerät wegen umstrittenem Kurzfilm in die Kritik

Das Europäische Medienkunstfestival (EMAF) in Osnabrück steht in der Kritik, nachdem es beschlossen hat, einen Kurzfilm der Künstlerin Dima Al-Sharif zu zeigen. Lokale Politiker und die Landesregierung haben sich von der Veranstaltung distanziert – mit Verweis auf Vorwürfe wegen angeblich antisemitischer Äußerungen Al-Sharifs und ihrer Verbindungen zur BDS-Bewegung. Trotz der Kontroverse bleibt die Finanzierung des Festivals jedoch gesichert; die Organisatoren verteidigen ihre Entscheidung als Teil einer umfassenderen Auseinandersetzung mit der künstlerischen Freiheit.

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Im Mittelpunkt der Debatte stehen weniger Al-Sharifs Werke als vielmehr ihre politischen Aussagen. Ihre Social-Media-Beiträge, darunter ein Halloween-Foto, werden vom künstlerischen Leiter des Festivals als mehrdeutig beschrieben. Der Osnabrücker Kulturdezernent gab unterdessen zu, dass er es vorgezogen hätte, ihren Beitrag auszuschließen, um jeden Anschein der Förderung von Antisemitismus zu vermeiden.

Das EMAF hat eine lange Tradition der Zusammenarbeit mit palästinensischen Künstlern, zeigt in seinem Programm aber auch jüdische und israelische Perspektiven. Das diesjährige Motto "Eine unvollständige Versammlung" setzt sich gezielt mit den Spannungen zwischen künstlerischem Ausdruck und gesellschaftlichen Grenzen auseinander. Trotz des Streits betonte die Landesregierung Niedersachsens zwar ihre Ablehnung von Antisemitismus in jeder Form, bekräftigte aber zugleich den Respekt vor der programmatischen Autonomie des Festivals.

Stadtvertreter, darunter Ministerpräsident Olaf Lies, haben sich öffentlich von der Veranstaltung distanziert – wegen der Teilnahme Al-Sharifs. Die Diskussion spiegelt die größeren gesellschaftlichen Konflikte in Deutschland um die BDS-Bewegung wider, die seit 2019 politisch unter Druck geraten ist, nachdem der Bundestag sie als antisemitisch eingestuft hatte. Zwar zeigen einige kulturelle und akademische Einrichtungen begrenzte Solidarität mit BDS, doch die meisten etablierten Parteien – einschließlich der Linken – lehnen die Bewegung mehrheitlich ab, besonders seit den internen Zerwürfnissen auf dem Chemnitzer Parteitag 2025.

Die geplante Vorführung von Al-Sharifs Kurzfilm "Morning Circle" wird wie vorgesehen stattfinden, ohne finanzielle Konsequenzen für das Festival. Die Organisatoren betonen, ihr Programm wolle den Dialog fördern – selbst über kontroverse Themen. Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen, künstlerische Freiheit mit dem entschiedenen Eintreten gegen Diskriminierung in öffentlichen Kulturveranstaltungen in Einklang zu bringen.

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