25 April 2026, 04:03

Ex-KV-Vorstand wegen Bestechung und Datenmanipulation verurteilt

Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen als Kostenfaktor für Familien benennt.

Ex-KV-Vorstand wegen Bestechung und Datenmanipulation verurteilt

Ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin (KV Berlin) ist wegen seiner Beteiligung an einem Bestechungsskandal zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der 62-Jährige wurde schuldig gesprochen, gemeinsam mit einem Mitarbeiter einer Krankenkasse – der zu einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt wurde – Schmiergelder angenommen zu haben. Beide Männer hatten Patientendaten manipuliert, um höhere Zahlungen von einem Gesundheitsfonds zu erschleichen.

Im Mittelpunkt des Betrugs stand die nachträgliche Veränderung verschlüsselter medizinischer Diagnosen ohne Rücksprache mit den behandelnden Ärzten. Durch die Fälschung von Unterlagen aus dem Jahr 2015 sicherten sich die Angeklagten, dass die Krankenkasse überhöhte Zuweisungen erhielt. Ermittlern zufolge hatte das ehemalige KV-Vorstandsmitglied die Änderungen genehmigt, nachdem er von den beiden Mittätern Datenspeicher erhalten hatte.

Das Gericht urteilte, dass beiden Männern bewusst war, dass ihr Handeln gegen Vorschriften verstieß – darunter auch gegen die eigenen Kontrollgremien. Der 46-jährige Krankenkassenmitarbeiter gestand die Machenschaften und erklärte, er habe darin eine Chance gesehen, seine Karriere voranzutreiben, und sei "der Verlockung und dem Druck erlegen". Der ehemalige KV-Vorstand hingegen sah darin eine Möglichkeit, die Finanzen des Verbandes aufzubessern, während er der Krankenkasse einen Gefallen erweisen wollte.

Die Staatsanwaltschaft hatte schärfere Strafen gefordert, darunter Bewährungsstrafen von bis zu einem Jahr und neun Monaten sowie eine Einziehung von 250.000 Euro von der KV Berlin. Das Gericht verhängte jedoch mildere Urteile mit der Begründung, dass die illegalen Absprachen mehr als ein Jahrzehnt zurücklägen und keiner der Angeklagten persönlich davon profitiert habe. Weitere Vorwürfe aus dem Jahr 2014 konnten nicht bewiesen werden.

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Die Bewährungsstrafe und das Bußgeld beenden einen Fall, in dem medizinische Daten für finanzielle Vorteile manipuliert wurden. Das Urteil unterstreicht zwar die Schwere der Verstöße, berücksichtigt aber auch, dass keine direkte persönliche Bereicherung stattfand. Nun stehen die KV Berlin und die beteiligte Krankenkasse vor weiteren Prüfungen ihrer internen Kontrollmechanismen.

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