Extreme Unterschiede: Was Terrassen in deutschen Städten wirklich kosten
Anna SchmittExtreme Unterschiede: Was Terrassen in deutschen Städten wirklich kosten
Eine neue Studie hat deutliche Unterschiede bei den Terrassennutzungsgebühren in deutschen Städten aufgedeckt. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) untersuchte 24 Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohnern, um die Kosten für Außengastronomie zu vergleichen. Die Ergebnisse zeigen, dass Betriebe für dieselbe Fläche und Betriebsdauer teilweise deutlich mehr zahlen als andere.
Im Fokus der Analyse stand eine typische 25 m² große Terrasse in zentraler Innenstadtlage, die von Mai bis September (153 Tage) genutzt wird. Im Durchschnitt zahlten Gastronomiebetriebe für diese Konstellation 328 Euro. Doch die Gebühren unterschieden sich von Stadt zu Stadt stark.
An der Spitze der Liste steht Wernigerode mit der höchsten Gebühr von 1.163 Euro. Die Abgaben stiegen dort nach einer Änderung 2023, die einen Zuschlag für Terrassen auf dem zentralen Marktplatz einführte. Auch Lutherstadt Wittenberg (750 Euro) und Halle (Saale) (700 Euro) hoben sich mit überdurchschnittlichen Kosten hervor.
Am anderen Ende der Skala lagen Schönebeck und Zeitz mit nur 52 bzw. 56 Euro. Fünf Kommunen – Merseburg, Sangerhausen, Köthen, Salzwedel und Eisleben – haben die Terrassennutzungsgebühren sogar komplett abgeschafft. Insgesamt verzichtet bereits jede fünfte der untersuchten Städte auf diese Abgaben.
Der BdSt betonte, dass der Wegfall der Gebühren kaum Auswirkungen auf die Haushalte der Kommunen hätte. Die Einnahmen aus diesen Abgaben machen in der Regel weniger als 0,05 Prozent des gesamten Stadthaushalts aus.
Die Studie zeigt ein uneinheitliches Gebührengeflecht für die Außengastronomie in deutschen Städten. Während manche Betriebe über 1.000 Euro zahlen, entrichten andere gar nichts. Angesichts des geringen Haushaltseffekts könnten künftig mehr Kommunen über eine Abschaffung dieser Gebühren nachdenken.






