12 March 2026, 14:02

Freispruch nach Tod des Frühchens: Gericht sieht keine Überlebenschance

Ein Plakat mit Text und einem Diagramm, das einen stetigen Anstieg von mütterlicher Opioidabhängigkeit und neonatale Entzugserscheinungen über die Zeit zeigt.

Prozess um totes Baby in Pizzaschachtel - Mutter freigesprochen - Freispruch nach Tod des Frühchens: Gericht sieht keine Überlebenschance

Eine 33-jährige Frau ist vom Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung mit Todesfolge freigesprochen worden, nachdem ihr Frühchen kurz nach der Geburt verstorben war. Das Landgericht Verden urteilte, dass das nur 940 Gramm schwere Baby selbst bei sofortiger medizinischer Versorgung keine Überlebenschance gehabt hätte. Der Fall ist mit einer tragischen Abfolge von Ereignissen verbunden, die in engem Zusammenhang mit der langjährigen Drogenabhängigkeit der Frau stehen.

Die Frau erlebte die Frühgeburt allein in ihrer Wohnung, rief jedoch keinen Notdienst. Nach der Entbindung verstarb das Kind, woraufhin sie den Leichnam in eine Pizzaschachtel legte und diese in ihrem Gefrierschrank aufbewahrte. Erst Monate später entdeckten Angehörige die Überreste des Babys.

Während des Prozesses wurde bekannt, dass die Frau seit ihrer Kindheit drogenabhängig ist – ihr Konsum begann im Alter von elf Jahren. Diese Sucht führte dazu, dass sie die Realität ihrer Schwangerschaft vollständig verdrängte. Sowohl die Anklage als auch die Verteidigung plädierten auf Freispruch und beriefen sich dabei auf ihren psychischen Zustand sowie die medizinischen Gutachten.

Drei unabhängige medizinische Sachverständige beurteilten die Überlebensfähigkeit des Kindes. Ihre Untersuchungen ergaben übereinstimmend, dass das Baby aufgrund der extremen Frühgeburt und des geringen Geburtsgewichts auch mit ärztlicher Hilfe keine Chance auf Überleben gehabt hätte. Das Gericht folgte dieser Einschätzung in seinem Urteil.

Mit dem Freispruch muss die Frau keine strafrechtlichen Konsequenzen für den Tod des Kindes befürchten. Der Fall wirft jedoch ein Schlaglicht auf die verheerenden Folgen langjähriger Suchterkrankungen und das Fehlen vorgeburtlicher Betreuung. Über die aktuelle Situation der Frau oder mögliche weitere Unterstützungsmaßnahmen machten die Behörden keine Angaben.

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