GKV-Reform gefährdet medizinische Versorgung auf dem Land und Menschenleben
Marie RichterGKV-Reform gefährdet medizinische Versorgung auf dem Land und Menschenleben
Der Deutsche Landkreistag (DLT) hat schwere Bedenken gegen die geplante GKV-Gesundheitsreform der Bundesregierung angemeldet. Wie DLT-Präsident Achim Brötel warnte, könnte die Reform die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen drastisch verschlechtern und damit Menschenleben gefährden. Der bereits vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf soll voraussichtlich Anfang Juli im Bundestag zur Abstimmung stehen.
Brötel betonte, dass das GKV-Sparpaket die Gesundheitsversorger mit einer zusätzlichen finanziellen Belastung von über fünf Milliarden Euro konfrontieren würde. Kleinere Landkrankenhäuser, die ohnehin schon am Limit operieren, könnten gezwungen sein, Leistungen einzuschränken oder sogar komplett zu schließen. Solche Schließungen würden viele Gemeinden ohne nahgelegene Notfallversorgung zurücklassen, warnte er.
Der Landkreistag unterstützt zudem die Warnungen des ADAC vor möglichen Kürzungen bei der Luftrettung. Brötel wies darauf hin, dass Rettungshubschrauber ausschließlich bei lebensbedrohlichen Notfällen zum Einsatz kommen – nicht bei Bagatellverletzungen. Werden diese Dienste reduziert, könnten schwerverletzte oder akut erkrankte Patienten möglicherweise nicht mehr rechtzeitig in Krankenhäuser gebracht werden.
Angesichts der ausgedünnten Krankenhausversorgung in ländlichen Gebieten gewinne die Luftrettung sogar noch an Bedeutung, so Brötel. Doch er fürchtet, dass die Reform sowohl den bodengebundenen als auch den luftgestützten Rettungsdienst schwächen könnte – mit besonders gravierenden Folgen für abgelegene Regionen.
Die GKV-Reform steht Anfang Juli zur parlamentarischen Entscheidung an. Falls sie verabschiedet wird, könnte der finanzielle Druck auf Krankenhäuser und Rettungsdienste die Notfallversorgung in ganz Deutschland grundlegend verändern. Ländliche Gemeinden müssten dann mit längeren Anfahrtszeiten und weniger medizinischen Einrichtungen leben – als direkte Folge der Reform.






