25 March 2026, 22:02

Göttingen bekommt Dachverband für selbstverwaltete Wohnprojekte nach jahrzehntelangem Kampf

Ein Schulgebäude mit einem Schild, auf dem 'Ecole Communale' steht, mit einem Schuppen mit Säulen, Bänken, Treppen mit Geländern, Bäumen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Göttingen bekommt Dachverband für selbstverwaltete Wohnprojekte nach jahrzehntelangem Kampf

Neuer gemeinnütziger Verband in Göttingen gestartet: Unterstützung für selbstverwaltete Wohnprojekte

In Göttingen hat sich ein neuer gemeinnütziges Bündnis offiziell gegründet, das selbstverwaltete Wohnprojekte fördern soll. Die am 15. März 2023 vorgestellte Initiative vereint elf lokale Wohnprojekte unter einem gemeinsamen Ziel: Sie will die Reprivatisierung von Wohnraum verhindern und gleichzeitig neue, von Bewohner:innen getragene Wohnlösungen vorantreiben.

Die Wurzeln des Verbands reichen bis in Jahrzehnte des Wohnungsaktivismus in der Stadt zurück – von der viel beachteten Kampagne "Hiergeblieben" 2007 bis hin zu Konflikten um selbstverwaltete Häuser im Jahr 2017.

Der neu gegründete Dachverband Selbstverwalteter Wohnprojekte bündelt langjährige Initiativen wie das Projekt Kreuzbergring 10/12 (KBR10/12), das in den 1970er-Jahren besetz wurde, später vom Göttinger Studentenwerk verwaltet und schließlich 2021 vollständig in den Besitz der Bewohner:innen überging. Heute steht KBR10/12 neben anderen vollständig mieterkontrollierten Häusern wie Bürgerstraße 50a sowie Goßlerstraße 17/a und 21.

In der Nähe wurden sechs linke Häuser in der Roten Straße saniert und werden nun nach dem Mietkaufmodell bewirtschaftet. Die Struktur des Verbands orientiert sich am Mietshäuser-Syndikat, passt das Modell aber an lokale Bedürfnisse an. Als Schutzrahmen ist die Organisation in den Satzungen der Mitgliedsprojekte verankert. Jedes Projekt zahlt einen jährlichen Solidaritätsbeitrag, der für Fachberatung oder Notfallkredite genutzt wird.

Neben der Absicherung bestehender Projekte führt der Verband bereits Gespräche mit Mieter:innen zweier weiterer Göttinger Häuser, die ihre Gebäude erwerben möchten. Als zentrale Anlaufstelle für Wohnunterstützung strebt die Initiative an, ihren Einfluss in der Region auszubauen.

Der Weg zur offiziellen Eintragung dauerte acht Jahre – ein Zeichen für die Herausforderung, Autonomie mit kollektiver Sicherheit in Einklang zu bringen. Nun offiziell anerkannt, wird die Organisation eine Schlüsselrolle in der Göttinger Wohnpolitik einnehmen.

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Die Gründung des Verbands markiert einen Meilenstein für die Wohnungsaktivist:innen der Stadt und baut auf jahrzehntelangem basisdemokratischem Engagement auf. Mit elf Projekten unter seinem Dach konzentriert sich das Bündnis darauf, Bewohner:innen-Eigentum zu sichern und neue Initiativen zu unterstützen. Die jährlichen Beiträge der Mitglieder sollen die finanzielle Stabilität für künftige Beratung und rechtlichen Schutz gewährleisten.

Quelle