23 April 2026, 12:08

Hasswelle gegen Grundschule und Band Madsen nach Demokratie-Projekt mit Kindern

Plakat mit der Aufschrift "Brauchen die Armen ihre Kinder's Hilfe?" mit Bildern.

Hasswelle gegen Grundschule und Band Madsen nach Demokratie-Projekt mit Kindern

Zusammenarbeit einer deutschen Rockband mit Grundschülern löst Hasswelle im Netz aus

Ein Projekt, das Kindern Demokratie durch Musik näherbringen sollte, ist nach der Veröffentlichung eines kurzen Videoclips zum Ziel massiver Online-Hetze geworden. Kritiker warfen der Band und der Schule vor, die Kinder zu indoktrinieren – es folgten Drohungen und Beleidigungen.

Rund 50 Dritt- und Viertklässler der Grundschule Scheeßel nahmen gemeinsam mit der Band Madsen den Refrain des Songs "Auf die Barrikaden" auf. Der Text fordert offene Grenzen, reproduktive Rechte, Sichtbarkeit queerer Menschen und einen Widerstand gegen rechtsextreme Strömungen. Frontmann Sebastian Madsen wollte mit den unverkünstelten, ehrlichen Erklärungen der Kinder zu Demokratie andere inspirieren.

Kurz vor Ostern wurde ein Video veröffentlicht, in dem die Schüler erzählten, was sie wütend macht. Die Aufnahmesession selbst wurde als unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten beschrieben. Doch innerhalb weniger Tage löste der Clip eine Flut von Hasskommentaren und Drohungen aus.

Vorwürfe der Indoktrination verbreiteten sich rasant – gegen die Band, die Lehrkräfte, Eltern und sogar die Kinder. Madsen und seine Bandkollegen sahen sich über 2.000 hasserfüllten Kommentaren ausgesetzt, viele davon offenbar von Bots oder KI-generiert. Die Angriffe wurden so massiv, dass die Band die Posts mit den Kinderinterviews löschte.

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Eine Elternvertreterin, unterstützt von der Anti-Hass-Organisation HateAid, erstattete Anzeige. Schulleiterin Meike Nerding-Ehlbeck verteidigte das Projekt und betonte, dass die Songtexte vorher mit den Schülern besprochen worden seien. Vorwürfe der Indoktrination wies sie zurück.

Der Vorfall fällt in eine Zeit, in der die Bundesregierung das "Gesetz gegen digitale Gewalt" vorantreibt, um Deepfakes und Hass im Netz zu bekämpfen. Aktuell müssen Opfer digitaler Belästigung ihre Privatadressen an die Täter herausgeben – eine Regelung, die Kritiker dringend reformiert sehen wollen.

Während das Projekt eigentlich Kinder für demokratische Werte begeistern sollte, zeigt die Reaktion, wie schwierig es ist, politische Themen in der Öffentlichkeit zu behandeln. Schule und Band kämpfen nun mit den Folgen koordinierter Online-Angriffe. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Behörden, den Schutz vor digitaler Hetze zu verstärken.

Quelle