13 March 2026, 00:05

Heidekreis kämpft mit sinkenden Schülerzahlen und hohen Abbrecherquoten bis 2031

Ein leeres Klassenzimmer mit einer Tafel, einem Tisch, einem Waschbecken mit Wasserhahn, einem Hocker, einem Fenster und einer Deckenbeleuchtung.

Heidekreis kämpft mit sinkenden Schülerzahlen und hohen Abbrecherquoten bis 2031

Schülerzahlen im Heidekreis: Ungewisse Zukunft in den nächsten zehn Jahren

Während die Gesamtzahl der Schüler im Heidekreis voraussichtlich zurückgehen wird, könnten Zuzug und neue Arbeitsplätze einen Teil der Verluste ausgleichen. Besonders besorgniserregend bleibt jedoch die hohe Zahl von Jugendlichen, die die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen – ein Problem, das seit Jahren besteht.

Zwischen 2018 und 2024 schwankte die Anzahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss im Heidekreis zwischen 85 und 163. Besonders betroffen sind Schüler mit Lernbehinderungen, kognitiven Entwicklungsstörungen und Migrationshintergrund. In den letzten fünf Jahren stieg die Zahl der zugewanderten Jugendlichen ohne diesen Abschluss von etwa 150 auf 220 – vor allem aufgrund demografischer Verschiebungen und Zuwanderung.

Laut Landesamt für Statistik wird die Bevölkerung des Heidekreises bis 2045 um 12,4 Prozent schrumpfen – mehr als das Doppelte des Landesdurchschnitts von 5,4 Prozent. Dennoch zeigen sich Behörden bei langfristigen Prognosen zurückhaltend, da Geburtenraten und Einschreibezahlen schwer vorhersehbar sind. Die Abzug der britischen Streitkräfte aus Bad Fallingbostel verstärkt die Unsicherheit, doch neue Arbeitsplätze durch den Ausbau der Bundeswehr und ein geplantes Krankenhaus könnten Familien in die Region ziehen.

Aktuell besuchen rund 1.200 Schüler die kooperative Gesamtschule in Schneverdingen, in Schwarmstedt sind es etwa 900. Einige weiterführende Schulen werden voraussichtlich zweizügig bleiben, andere rechnen mit stabilen Schülerzahlen. Gymnasien und kooperative Gesamtschulen – darunter die überlastete Einrichtung in Walsrode – dürften ihre Schülerzahlen weitgehend halten. Behörden hoffen auf den sogenannten "IGS-Effekt", bei dem integrative Schulmodelle mehr Anmeldungen anziehen und so die Zahlen stützen.

Jürgen Haarstick, Leiter des zuständigen Fachbereichs, betonte, wie wichtig es sei, jedem jungen Menschen einen fairen Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Er warnte, dass es sich die Gesellschaft nicht leisten könne, dass Jugendliche – insbesondere diejenigen mit ohnehin schon schlechteren Startbedingungen – frühzeitig die Schule abbrechen.

Bis 2031 könnten die Klassenzimmer im Heidekreis dank Zuwanderung und neuer Arbeitsplätze weniger leer sein als befürchtet. Doch die Herausforderung, die Abbrecherquoten zu senken – vor allem bei benachteiligten Gruppen –, bleibt eine Priorität. Die Schulen müssen sich auf veränderte demografische Bedingungen einstellen und gleichzeitig sicherstellen, dass alle Schüler zumindest einen grundlegenden Schulabschluss erreichen.

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