Hettich-Mitarbeiter akzeptieren Gehaltsverzicht – doch die IG Metall protestiert
Anna SchmittHettich-Mitarbeiter akzeptieren Gehaltsverzicht – doch die IG Metall protestiert
Beschäftigte des Möbelzulieferers Hettich stimmen einjähriger Verschiebung einer Gehaltserhöhung zu
Die Mitarbeiter des Möbelzulieferers Hettich haben einer Verschiebung einer anstehenden Lohnerhöhung um ein Jahr zugestimmt. Die Entscheidung folgt auf einen Vorschlag des Unternehmens, die ursprünglich zum 1. April fällige Erhöhung um 3,1 Prozent zu verschieben. Über 90 Prozent der Belegschaft stimmte dem Plan zu – trotz Kritik der IG Metall.
Hettich, das rund 2.000 Menschen beschäftigt, begründete die Verzögerung mit finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen gibt an, durch den Schritt mehrere Millionen Euro zu sparen, während die Beschäftigten in den kommenden zwölf Monaten jeweils über 1.000 Euro weniger erhalten werden.
Die IG Metall hat die Entscheidung scharf verurteilt. Der Gewerkschaft zufolge habe Hettich die Mitarbeiter unzulässig unter Druck gesetzt, der Verschiebung zuzustimmen. Das Unternehmen weist diese Vorwürfe zurück und betont, vollumfänglich transparent gehandelt zu haben.
Die deutsche Möbelbranche steht seit Jahren vor wachsenden Herausforderungen. So sank das bereinigte EBITDA von Homann Holzwerkstoffe von 56,3 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 38,2 Millionen Euro im Jahr 2025 – trotz steigender Umsätze. Hohe Inflation und strukturelle Probleme, etwa Verluste in einem neuen Werk in Litauen, belasten die Branche zusätzlich.
Mit der verschobenen Lohnerhöhung verschafft sich Hettich kurzfristige finanzielle Entlastung. Die Beschäftigten erhalten die vereinbarte Erhöhung von 3,1 Prozent nun erst im April 2025. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Spannungen in der deutschen Möbelproduktion.






