Joey Skaggs' Aprilscherz-Umzug in New York feiert 40 Jahre subversiven Humor
Marie RichterJoey Skaggs' Aprilscherz-Umzug in New York feiert 40 Jahre subversiven Humor
Seit über vier Jahrzehnten verwandelt Joey Skaggs Streiche in eine Kunstform. Der Performancekünstler und berühmte Scherzbold hat jahrzehntelang mit ausgeklügelten Aktionen die öffentliche Wahrnehmung herausgefordert. Eine seiner am längsten gepflegten Traditionen ist der jährliche Aprilscherz-Umzug entlang der Fifth Avenue in New York, den er seit 1986 organisiert.
Skaggs begann seine Karriere als ernsthafter Künstler, wandte sich aber aus Frustration über die Branche provokanteren, ikonoklastischen Werken zu. Sein Ansatz behandelt die Medien wie eine "Leinwand" – mit Streichen deckt er auf, wie leicht Menschen Informationen als Wahrheit akzeptieren. Einer seiner bekanntesten frühen Coups war der Aprilscherz von 1985 im Sports Illustrated: Die Zeitschrift berichtete über Hayden "Sidd" Finch, einen fiktiven Mets-Nachwuchsspieler, der angeblich einen 270 km/h schnellen Fastball warf, obwohl er nie Baseball gespielt hatte. Später gab das Magazin zu, dass die Geschichte erfunden war – ein Freund des Fotografen hatte Finch verkörpert.
Der jährliche Umzug führt diese Tradition der spielerischen Täuschung fort. Frühere Veranstaltungen beinhalteten einen Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb und eine Y2K-Themenparty zum "Weltuntergang". Fernsehteams und Blasorchester waren dabei, doch der tatsächliche Umzug fällt kleiner aus, als die übertriebenen Pressemitteilungen suggerieren. Die diesjährige Ankündigung lädt die Teilnehmer ein, zu hinterfragen, "was real und was erfunden ist" – mit einer Vorführung eines "Melania-Mockumentary" und einer Lesung geschwärzter Namen aus den Jeffrey-Epstein-Akten.
Skaggs beschreibt den Umzug als Möglichkeit, "die Menschen wieder mit ihrer angeborenen Albernheit in Kontakt zu bringen" und "das Recht der Öffentlichkeit zu feiern, der Obrigkeit ins Gesicht zu lachen". Obwohl seine berühmtesten Streiche aus den 1970er- und 1980er-Jahren stammen, ist er weiterhin aktiv und nutzt Humor, um zu erkunden, was Menschen glauben – und warum.
Der Umzug bleibt ein fester Bestandteil der New Yorker Aprilscherz-Kultur und verbindet Satire mit gesellschaftlicher Kritik. Jedes Jahr fordert Skaggs die Öffentlichkeit auf, die Grenze zwischen Fakt und Fiktion zu hinterfragen. Die Mischung aus Spektakel und Skepsis sichert dem Event seinen Platz als langjährige Tradition im Kalender der Stadt.






