15 March 2026, 08:04

Kfz-Handwerk bleibt Top-Ausbilder – doch Fachkräftemangel und Digitalisierung fordern Veränderungen

Ein offenes Buch mit dem Titel "Mechanic Institution, for the Advantage of Masters, Journeymen, and Apprenticeships."

Kfz-Handwerk bleibt Top-Ausbilder – doch Fachkräftemangel und Digitalisierung fordern Veränderungen

Deutschlands Kfz-Gewerbe bleibt größter Ausbilder – doch die Herausforderungen wachsen

Mit 73.500 Auszubildenden ist der deutsche Kfz-Handwerkssektor nach wie vor der größte Anbieter beruflicher Ausbildung im Land. Doch die Branche steht vor zunehmenden Problemen: von einem Mangel an qualifizierten Bewerbern bis hin zur dringend notwendigen Modernisierung der Ausbildungsinhalte. Angesichts des technologischen Wandels fordern Werkstätten eine Anpassung der Lehrpläne, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

2023 begannen rund 9.786 junge Menschen eine Ausbildung im Bereich Mechatronik – voraussichtlich mit Schwerpunkt Kfz-Mechatronik. Das sind mehr als 2022 (8.463) und 2021 (7.989). Trotz dieses Anstiegs klagen viele Betriebe über zu wenige Bewerbungen oder unzureichend vorbereitete Kandidaten. Häufige Gründe für Abbrüche sind schlechte Anwesenheit, Unzuverlässigkeit oder Konflikte im Team – persönliche Eigenschaften sind damit genauso entscheidend wie fachliche Kompetenz.

Der Umstieg auf Elektrofahrzeuge und digitale Systeme verändert die gefragten Qualifikationen grundlegend. Künftige Auszubildende brauchen mehr technisches Interesse, insbesondere an Hochvoltsystemen, Software und alternativen Antrieben. Die meisten Werkstätten sind sich einig: Die Ausbildungsinhalte müssen dringend an diese Entwicklungen angepasst werden.

Praktika gelten inzwischen als bestes Mittel, um Nachwuchs zu gewinnen und dessen Eignung zu prüfen. Die Branchenverbände sollen künftig eine größere Rolle spielen – etwa durch mehr Fortbildungen für Ausbilder, digitale Lerntools, Netzwerkangebote und gezielte Nachwuchskampagnen.

Das duale Ausbildungssystem bleibt der Schlüssel, um den Fachkräftenachwuchs im deutschen Kfz-Gewerbe zu sichern. Die Betriebe reagieren mit modernisierten Lehrkonzepten und einem stärkeren Fokus auf Praktika, um passende Kandidaten zu finden. Mit Unterstützung der Branche soll die Ausbildung auch in einer sich rasant wandelnden Technologielandschaft zukunftsfähig bleiben.

Quelle