Krebsdiagnose und Kosmetik-Marke: Wie Bloggerin Lerchek die Öffentlichkeit spaltet
Anna SchmittKrebsdiagnose und Kosmetik-Marke: Wie Bloggerin Lerchek die Öffentlichkeit spaltet
Die russische Bloggerin Valeria Tschekalina, bekannt unter ihrem Online-Namen Lerchek, hat trotz der Diagnose einer Krebserkrankung im Stadium 4 ihre eigene Kosmetikmarke Eyya Skin auf den Markt gebracht. In Werbevideos für die Marke sprach sie offen über ihre gesundheitlichen Kämpfe – und löste damit bei ihrem Publikum eine Mischung aus Unterstützung und Kritik aus.
Tschekalina gab ihren Kampf gegen den fortgeschrittenen Krebs zeitgleich mit dem Launch von Eyya Skin bekannt. Ihr ungeschönter Umgang mit der Krankheit umfasste emotionale Videos, in denen sie persönliche Herausforderungen schildert. Während einige Follower ihren Mut lobten, warfen ihr andere vor, ihre Erkrankung für Aufmerksamkeit und Mitleid zu instrumentalisieren.
Produzent Gera Iwashtschenko verglich Tschekalinas öffentliche Strategie mit der der Familie Kardashian und bezeichnete sie als gezielte globale PR-Taktik. Iwashtschenko betonte, dass eine solche Offenheit in Russland ungewöhnlich sei, wo Schwerstkranke sich oft aus der Öffentlichkeit zurückzögen. Gleichzeitig vermutete er, dass ihre Transparenz auch darauf abziele, die finanzielle Zukunft ihrer Kinder abzusichern.
Das öffentliche Bild der Bloggerin oszilliert zwischen Widerstandskraft und emotionalen Appellen – was manche Zuschauer als übertriebenes Mitleidsbestreben wahrnehmen. Unterdessen wurde ihr Ex-Mann, Artem Tschekalin, kürzlich in Moskau wegen Devisenbetrugs zu sieben Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt.
Der Start von Eyya Skin spaltet die Meinungen: Während Anhänger Tschekalinas Stärke bewundern, hinterfragen Kritiker ihre Motive. Die Reaktionen zeigen das Spannungsfeld zwischen persönlicher Offenheit und öffentlicher Wahrnehmung – besonders in einer Kultur, in der solche Transparenz noch immer selten ist.






