Neuer Bewertungsrahmen soll Cybersicherheit im deutschen Energiesektor stärken
Hannah SchneiderNeuer Bewertungsrahmen soll Cybersicherheit im deutschen Energiesektor stärken
Deutschland verstärkt seinen Ansatz zur Cybersicherheit im Energiesektor mit einem neuen Bewertungsrahmen. Das vom Fraunhofer-Institut entwickelte System soll der Bundesnetzagentur helfen, Vorfälle gründlicher zu analysieren. Der Schritt folgt wachsenden Bedenken hinsichtlich digitaler Bedrohungen für kritische Infrastrukturen.
Bisher erlaubten die an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeldeten Vorfälle nur grundlegende Einzelfallprüfungen. Nun erhält die Bundesnetzagentur im Rahmen der NIS-2-Richtlinie erweiterte Befugnisse, um die Schwere von Cybersicherheitsverstößen besser einzuschätzen.
Die Abteilung Angewandte Systemtechnik (IOSB-AST) des Fraunhofer-Instituts hat die neue Methodik für die Behörde erarbeitet. Sie umfasst ein dreistufiges, risikobasiertes Modell zur Klassifizierung von Vorfällen und Bewertung ihrer Auswirkungen. Der Rahmen deckt alles ab – von der anfänglichen Datenerfassung bis hin zur umfassenden wirtschaftlichen und systemischen Analyse.
Die Studie baut auf bestehenden europäischen Methoden auf, wie etwa dem Klassifizierungssystem für Cyberangriffe der ENTSO-E. Zudem nutzt sie das deutsche Marktstammdatenregister als zentrale Informationsquelle. Nach der Implementierung wird das System getestet und könnte später auch auf operative Prozesse der untergeordneten Ebenen angewendet werden.
Die Bundesnetzagentur wird den Bewertungsrahmen nun einführen, um die Bewertung von Cybersicherheitsvorfällen zu verbessern. Der strukturierte Ansatz zielt darauf ab, klarere und zuverlässigere Einschätzungen von Bedrohungen zu liefern. Dies erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Digitalisierung die Risiken für die vernetzten Systeme des Energiesektors weiter erhöht.






