Niedersachsens Wirtschaft im Wandel: Energie und Industrie brechen ein, Dienstleistungen boomen
Hannah SchneiderNiedersachsens Wirtschaft im Wandel: Energie und Industrie brechen ein, Dienstleistungen boomen
Umsatzrückgang in Niedersachsen: Energie und Industrie kämpfen, Dienstleistungen legen zu
Der Geschäftsumsatz in Niedersachsen ist 2024 um 1,8 Prozent gesunken und belief sich auf rund 746 Milliarden Euro. Hauptgrund für den Rückgang waren die anhaltenden Schwierigkeiten in der Energiebranche und im verarbeitenden Gewerbe. Dennoch verzeichneten einige Sektoren ein kräftiges Wachstum – ein mögliches Anzeichen für eine wirtschaftliche Neuausrichtung der Region.
Besonders hart traf es den Energiesektor, dessen Erlöse 2024 um 17 Prozent einbrachen. Zwar verzeichneten große Versorger wie Eon und Uniper mit 80,1 bzw. 69,6 Milliarden Euro höhere Einzelumsätze, doch konnten die Investitionen in erneuerbare Energien (32 Milliarden Euro) und die Betriebserträge (23,3 Milliarden Euro) den Rückgang der Bruttostromerzeugung nicht ausgleichen. Diese sank von 511,3 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2023 auf 503,2 TWh. Auch das verarbeitende Gewerbe hatte ein schwieriges Jahr: Hier schrumpfte der Umsatz um 5,5 Prozent, wobei der Maschinenbau, die Metallherstellung und -verarbeitung zu den am stärksten betroffenen Bereichen zählten.
Deutlich besser entwickelten sich dagegen die Dienstleistungsbranchen. Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie die wissenschaftlichen, technischen und unternehmensnahen Dienstleistungen verzeichneten spürbare Umsatzsteigerungen. Zudem stieg die Zahl der registrierten Unternehmen in Niedersachsen leicht um 0,6 Prozent auf 276.260. Doch diese Zuwächse reichten nicht aus, um die deutlichen Verluste in Produktion und Handel auszugleichen.
Die Zahlen deuten auf einen allmählichen Wandel hin: Weg von den traditionellen Industrien, hin zu einer stärker dienstleistungsorientierten Wirtschaft. Zwar konnten einige große Energiekonzerne solide Ergebnisse vorweisen, doch belasteten der allgemeine Rückgang im Energiesektor und die Schwächephase der Industrie den Gesamtumsatz der Region spürbar.
Niedersachsens Wirtschaft befindet sich im Umbruch – während Dienstleistungen expandieren, schrumpfen Energie und Industrie. Der Umsatzrückgang um 1,8 Prozent unterstreicht die Herausforderungen für die Schlüsselsektoren. Gleichzeitig deutet das Wachstum bei dienstleistungsbasierten Erlösen und der Zahl der Unternehmen auf eine neue wirtschaftliche Ausrichtung der Region hin.






