02 May 2026, 18:11

Osnabrück investiert 113 Millionen in Kitas – doch das Land lässt sie allein

Ein Blatt mit Text, auf dem steht, dass Kinder aus verschiedenen Tagesschulen Tee, Pflaumenbrot, Braten und Pflaumenpudding erhalten werden.

Osnabrück investiert 113 Millionen in Kitas – doch das Land lässt sie allein

Osnabrück hat in den letzten 15 Jahren massiv in Kitas investiert – doch das Land hält sich zurück

Die Stadt Osnabrück hat in den vergangenen 15 Jahren massiv in den Ausbau von Kindertagesstätten investiert: Seit 2009 flossen rund 113 Millionen Euro in den Bereich. Doch der finanzielle Beitrag des Landes blieb mit knapp 8 Millionen Euro im gleichen Zeitraum minimal. Nun schlagen lokale Verantwortliche Alarm, denn im Haushalt 2024 des Landes sind keine Mittel für den Kita-Neubau vorgesehen.

Wolfgang Beckermann, eine Schlüsselfigur in der Osnabrücker Verwaltung, nennt die ausbleibende Landesförderung für Kita-Bauten „beinahe skandalös“. Er fordert das Land auf, „unverzüglich gegenzusteuern“, um die wachsende Belastung der Kommunen zu lindern. Seit Sommer 2022 setzt die Stadt Maßnahmen um, um Fachkräfte in den Bereichen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe zu gewinnen und zu halten – mit Erfolg: Fast alle Stellen in den städtischen Kitas sind mittlerweile besetzt.

Beckermann kritisiert, dass die Weigerung des Landes, sich am Kita-Bau zu beteiligen, im Widerspruch zu dessen Forderung nach ausgeglichenen Kommunalhaushalten stehe. Dies sei ein „Anachronismus“, der die finanzielle Schieflage verschärfe. Zwar übernimmt das Land etwa ein Drittel der laufenden Betriebskosten, doch die Hauptlast trägt weiterhin die Stadt. Um die Situation zu entspannen, plädiert Beckermann für weniger Bürokratie und mehr Spielraum für Kommunen bei der Verwendung der Mittel.

Die 113 Millionen Euro, die Osnabrück in die frühe Bildungsinfrastruktur gesteckt hat, unterstreichen das langfristige Engagement der Stadt. Doch ohne neue Landesmittel für 2024 drohen künftige Projekte ins Stocken zu geraten, warnen die Verantwortlichen.

Osnabrücks Forderung nach mehr Landesgeldern kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die eigenen Investitionen und Personalbemühungen an Grenzen stoßen. Ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung wird es für die Stadt immer schwieriger, das bestehende Kita-Angebot aufrechtzuerhalten und auszubauen. Ob Beckermanns Appelle Gehör finden, wird entscheiden, ob die Kommunen die nötige Flexibilität und Ressourcen erhalten.

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