04 April 2026, 12:04

Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft ums Überleben – Domo-Rettung als letzter Strohhalm

Liniengraph, der die US-Öl/Petroleumproduktion, -importe und -exporte im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft ums Überleben – Domo-Rettung als letzter Strohhalm

Chemieindustrie in Ostdeutschland steckt im dritten Krisenjahr – Domo-Rettung gibt Hoffnungsschimmer

Die Chemieindustrie in Ostdeutschland durchlebt ihr drittes Krisenjahr in Folge: Die Produktion geht zurück, und Stellen werden abgebaut. Doch ein möglicher Rettungsdeal für den insolventen Domo-Standort in Leuna bietet dem angeschlagenen Sektor einen seltenen Lichtblick. Die chemische und pharmazeutische Industrie der Region erzielte 2025 zwar noch einen Umsatz von 28,5 Milliarden Euro, doch das Wachstum bleibt schwach und ungleichmäßig verteilt.

Besonders die traditionelle Chemieproduktion brach um etwa drei Prozent ein, während die Werke im Schnitt nur noch zu 72 Prozent ausgelastet sind. Hohe Energiekosten, teure Rohstoffe und strengere Vorschriften haben den Niedergang beschleunigt. Gleichzeitig verschärft die wachsende internationale Konkurrenz den Druck auf die heimischen Unternehmen.

Nur etwa jedes zehnte Chemieunternehmen rechnet in naher Zukunft mit einer Besserung der Lage. Geopolitische Spannungen, etwa der Konflikt im Nahen Osten, verstärken die Unsicherheit. Die Pharmasparte hingegen hält sich stabil und trieb 2025 ein bescheidenes Umsatzplus von 0,5 Prozent voran.

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Die Branche beschäftigt zwar noch rund 63.000 Menschen, doch während in der Chemie Arbeitsplätze abgebaut werden, bleibt die Pharmaindustrie vergleichsweise stabil. Ein vorgeschlagenes Rettungspaket für die insolventen Domo-Tochtergesellschaften sieht vor, dass InfraLeuna und Leuna-Harze die gemeinsame Kontrolle übernehmen. Der Ausgang dieser Verhandlungen sowie die allgemeine wirtschaftliche Lage werden in den kommenden Monaten die Zukunft des Sektors prägen.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob sich die Chemieindustrie in Ostdeutschland stabilisieren kann. Eine erfolgreiche Rettung von Domo könnte einen Wendepunkt markieren – doch Herausforderungen wie hohe Kosten und globaler Wettbewerb bleiben bestehen. Da nur ein kleiner Teil der Unternehmen mit einer Erholung rechnet, bleibt der weitere Weg der Branche ungewiss.

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