Panter-Preis 2026 ehrt Graswurzelmedien als Stimme der Unabhängigkeit
Marie RichterPanter-Preis 2026 ehrt Graswurzelmedien als Stimme der Unabhängigkeit
Der Panter-Preis 2026 hat sein Motto bekannt gegeben: Unabhängig, kritisch, widerstandsfähig: Graswurzelmedien. Die diesjährige Auszeichnung rückt die entscheidende Rolle von kleinräumiger, gemeindegetragener Journalismusarbeit in ganz Deutschland in den Fokus. Die Shortlist präsentiert Medienprojekte, die seit Langem bestehen oder erst kürzlich entstanden sind – alle eint, dass sie etablierte Normen infrage stellen und unterrepräsentierten Stimmen Gehör verschaffen.
Zu den Nominierten gehört Der lichtblick, Deutschlands einzige unabhängige Zeitung für Gefangene. Seit 1968 erscheint das Blatt unzensiert und wird ausschließlich von Ehrenamtlichen herausgegeben. Ein weiterer langjähriger Akteur ist Radio CORAX, das seit dem Jahr 2000 als basisdemokratischer Sender in Halle agiert und marginalisierten Perspektiven eine Plattform bietet.
Auch jüngere Initiativen sind prominent vertreten: RUMS, ein unabhängiges Lokalmagazin aus Münster, ging 2020 an den Start, um über regionale Themen zu berichten, die von den großen Medien ignoriert werden. Radio Connection wiederum bringt ein mobiles Studio nach Berlin-Marzahn und produziert wöchentliche mehrsprachige Sendungen für die Nachbarschaft. nah:dran – Medien für alle setzt auf Bildung und veranstaltet Workshops, in denen Kinder und Jugendliche Medienkompetenz erlernen.
Die Printmedien sind ebenfalls stark vertreten: Berndt Media Publishing gibt monatlich kostenlose Magazine zu lokaler Kultur und Kino in den Regionen Rhein und Ruhr heraus. Die Studentenzeitschrift UnAufgefordert erscheint seit über einem Jahrzehnt zweimonatlich in Druck und online und beleuchtet hochschul- wie gesellschaftspolitische Themen.
Die öffentliche Abstimmung für den Publikumspreis beginnt am 8. Juni und läuft bis zum 27. Juni 2026. Die Preisträger werden am 14. Oktober um 18 Uhr im Rahmen der Hamburger Woche der Pressefreiheit in einer Feierstunde im Museum der Arbeit bekannt gegeben.
Der Panter-Preis 2026 lenkt die Aufmerksamkeit auf Graswurzelmedien – auf Projekte, die ohne Konzerninteressen oder staatliche Steuerung arbeiten. Die Preisverleihung im Oktober würdigt all jene, die unabhängigen Journalismus am Leben halten: von Gefängniszellen bis zu Uni-Campussen. Ab Juni kann die Öffentlichkeit ihre Favoriten unterstützen und mitabstimmen.






