Protest gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven: Aktivisten fürchten Klimafolgen und Artensterben
Hannah SchneiderProtest gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven: Aktivisten fürchten Klimafolgen und Artensterben
Rund 80 Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future versammelten sich am Freitag am Hooksieler Außentief, um gegen die Pläne für ein drittes Flüssigerdgas-Terminal (LNG) in der Nähe von Wilhelmshaven zu protestieren. Die Gruppe argumentiert, dass das Projekt die Energiewende in Deutschland untergräbt und ein empfindliches Küstenökosystem bedroht. Lokale Umweltschutzorganisationen haben sich dem Widerstand angeschlossen und warnen vor langfristigen Risiken für die Region.
Der Protest richtete sich gegen den Bebauungsplan Nr. 225, der nach Ansicht der Aktivistinnen und Aktivisten die Klimaschäden in einer ohnehin schon gefährdeten Region beschleunigen werde. Der Klimarisikoindex stuft die Nordseeküste als eine der am stärksten bedrohten Regionen Deutschlands ein – mit steigenden Meeresspiegeln, Sturmfluten, extremer Hitze und Wasserknappheit. Martin Lüdders von Fridays for Future bezeichnete Wilhelmshaven als die vom Klimawandel am stärksten bedrohte Region des Landes.
Das Bündnis, zu dem auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) gehören, hat rechtliche Schritte gegen den Bebauungsplan eingeleitet. Die Organisationen argumentieren, dass das Terminal einen Biodiversitäts-Hotspot zerstören werde, in dem über 600 Arten leben, viele davon vom Aussterben bedroht. Milena Pressentin von der DUH warf der Regierung Greenwashing vor und betonte, das Projekt diene ausschließlich dem Import fossilen Erdgases.
Niksa Marusic, der Leiter der Stadtplanung in Wilhelmshaven, verteidigte die Änderungen des Flächennutzungsplans. Er bezeichnete sie als entscheidend für die Energieversorgungssicherheit und die Klimaziele. Aktivistinnen und Aktivisten entgegnen jedoch, dass seit 2022 bereits vier neue LNG-Terminals an Deutschlands Küsten entstanden seien – und warnen, dass der Ausbau fossiler Energien weitergehen werde, wenn er nicht gestoppt werde.
Mit der Klage und den Protesten soll die weitere Bebauung des Gebiets Voslapper Groden-Nord verhindert werden. Umweltverbände befürchten, dass das Terminal einen Präzedenzfall für weitere fossile Projekte in geschützten Gebieten schaffen könnte. Der Streit wird nun vor Gericht ausgetragen, wo über die Zukunft des Geländes entschieden wird.






