Radio CORAX kämpft um Überleben: AfD droht mit Förderstopp für freies Bürgerradio
Anna SchmittRadio CORAX kämpft um Überleben: AfD droht mit Förderstopp für freies Bürgerradio
Radio CORAX – ein freies Radio aus Halle – kämpft um seine Zukunft
Seit dem Jahr 2000 sendet Radio CORAX, ein freies Bürgerradio mit Sitz in Halle, mit einem einzigartigen Programmkonzept. Fast 400 ehrenamtliche Mitarbeiter:innen gestalten rund 175 verschiedene Sendungen – von Kinderformaten über queere Themen bis hin zu Perspektiven von Geflüchteten. Doch nun steht die Existenz des Senders auf dem Spiel: Die rechtspopulistische AfD will die Förderung streichen und wirft CORAX „linken Fanatismus“ vor.
Das Radio arbeitet unabhängig und überlässt seinen Macher:innen vollständige gestalterische Freiheit. Formate wie das Magazin Tipkin oder Serendipity wechseln sich mit täglichen Musiksendungen ab – kein Tag klingt wie der andere. Über das klassische Radioprogramm hinaus veranstaltet CORAX Filmabende, öffentliche Diskussionen und Workshops für Nachwuchsjournalist:innen in Räumen unter dem Studio.
Finanziell stützt sich der Sender auf etwa 200.000 Euro jährlich von der Landesmedienanstalt sowie auf kommunale Zuschüsse und Projektgelder. Doch seit die AfD die Mittel kürzen will, sucht CORAX nach Alternativen: Spendenkampagnen sollen ausgebaut, Kooperationen mit Kulturinstitutionen und dem weltweiten Netzwerk nichtkommerzieller Radios (AMARC) gestärkt werden.
Mitmachen kann bei CORAX jeder: Wer eine Sendungsidee hat, kann sie in einer Redaktionssitzung vorstellen und nach einem Einführungsworkshop direkt loslegen. Diese Offene-Tür-Politik hat ein vielfältiges Team geformt – fast alle arbeiten jedoch ehrenamtlich. Trotz der finanziellen Bedrohung bleibt der Sender seinem vielfältigen Programm und dem Gemeinschaftsgedanken treu.
Der Vorstoß der AfD, CORAX die Gelder zu entziehen, zeigt die politischen Druckmittel gegen unabhängige Medien. Ohne gesicherte staatliche Unterstützung ist der Sender nun stärker auf Spenden und Partnerschaften angewiesen. Doch fürs Erste laufen die täglichen Sendungen und Veranstaltungen wie gewohnt weiter.






