11 April 2026, 12:03

Reform der Regionalliga spaltet Vereine: Regionalmodell oder Kompassmodell?

Alte Deutschlandkarte, die die Provinzen Bayern, Baden-Württemberg und Baden zeigt, auf Papier gedruckt mit Text zu den Regionen.

Reform der Regionalliga spaltet Vereine: Regionalmodell oder Kompassmodell?

Pläne zur Reform der Regionalliga lösen heftige Debatten aus

Ein vorgeschlagener Umbau des deutschen Regionalliga-Systems hat unter Vereinen und Funktionären eine hitzige Diskussion ausgelöst. Das von einer Arbeitsgruppe unterstützte Regionalmodell würde die aktuelle Struktur grundlegend verändern – doch viele Klubs befürchten, dass dies dem Fußball schaden würde. Kritiker bevorzugen stattdessen das Kompassmodell, das sie als gerechtere und ausgewogenere Lösung ansehen.

Das Regionalmodell sieht vor, die Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu nur zwei Ligen zusammenzulegen, während die West- und Südwest-Staffeln unverändert bleiben sollen. Besonders aus dem Nordosten kommt scharfe Kritik an diesem Plan.

Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), bezeichnete den Vorschlag als "völlig realitätsfremd". Er warnte, dass damit der NOFV faktisch zerschlagen und Klubs für ihre Kritik bestraft würden. Winkler plädierte stattdessen für das Kompassmodell, das die Ligeneinteilung jedes Jahr nach Reiseentfernungen neu ordnet und so eine fairere Lösung biete.

Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, nannte das Regionalmodell einen "schlechten Scherz" und warf bestimmten Verantwortlichen in den Führungsgremien des deutschen Fußballs "alarmierende Fehleinschätzungen" vor. Auch Toni Wachsmuth, Geschäftsführer des 1. FC Lokomotive Leipzig, verteidigte die Nordost-Regalliga als die "wettbewerbsintensivste und historisch bedeutendste Staffel mit den höchsten Zuschauerzahlen".

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Rund 70 Vereine haben sich unter der Kampagne "Aufstiegsreform 2025" zusammengeschlossen, um das Kompassmodell zu unterstützen. Tommy Haeder, Sprecher der Initiative, bezeichnete die anstehende Entscheidung als politisch und wegweisend für die Zukunft des deutschen Fußballs.

Der Streit zeigt, wie tief die Gräben bei der Neuordnung der Regionalliga sind. Die Klubs im Nordosten fürchten um die Identität und Wettbewerbsfähigkeit ihrer Liga. Das Ergebnis dieser Debatte wird maßgeblich prägen, wie der unterklassige Fußball in Deutschland in den kommenden Jahren organisiert wird.

Quelle