08 June 2026, 14:03

Satelliten sollen Deutschlands Funklöcher bis 2029 schließen – wie Telekom-Riesen kooperieren

Smartphone-Empfang via Satellit: Deutsche Anbieter wollen Totzonen auf unterschiedliche Weise füllen

Satelliten sollen Deutschlands Funklöcher bis 2029 schließen – wie Telekom-Riesen kooperieren

Deutschlands größte Telekommunikationsunternehmen setzen auf Satelliten, um Funklöcher zu schließen

Ländliche und abgelegene Regionen kämpfen oft mit schwachem Empfang oder gar Funkstille – doch neue Partnerschaften sollen das ändern. Indem sie bodengestützte Netze mit weltraumgestützter Technologie verknüpfen, wollen die Anbieter selbst in schwer zugänglichen Gebieten eine zuverlässige Versorgung gewährleisten.

O2 Telefónica arbeitet dafür mit dem in Luxemburg ansässigen Unternehmen OQ Technology zusammen, um in Mecklenburg-Vorpommern Satellitenverbindungen zu testen. Die Versuche sollen Anfang 2027 in der Nähe von Waren an der Müritz starten. OQ betreibt derzeit fünf Satelliten, drei weitere sollen noch in diesem Jahr ins All gebracht werden. Bis Ende 2027 plant das Unternehmen, 48 Satelliten im Orbit zu haben, die eine Abdeckung alle 30 Minuten für jeden Punkt der Erde ermöglichen.

Auch die Deutsche Telekom erweitert ihre Reichweite – durch eine Kooperation mit Starlink. Ab 2028 soll diese Zusammenarbeit mobilen Empfang in Gebiete bringen, in denen herkömmliche Netze versagen. Vodafone wiederum hat ein Joint Venture mit AST SpaceMobile gegründet, um in Deutschland mobilfunkbasierte Satellitendienste anzubieten, wobei ein konkreter Starttermin noch nicht feststeht.

Doch die Pläne von OQ Technology gehen noch weiter: Bis 2028 oder 2029 will das Unternehmen 150 Satelliten im Einsatz haben, um durchgehende Abdeckung für datenintensive Anwendungen zu ermöglichen. Smartphone-Nutzer könnten dann Bandbreitengeschwindigkeiten von ein bis zwei Megabit pro Sekunde erreichen. Die Satellitenverbindungen sind darauf ausgelegt, bestehende Mobilfunknetze zu unterstützen – etwa in Notfällen oder um Funklöcher endgültig zu beseitigen.

Der Trend zu satellitengestützten Netzen markiert einen Wandel in der Strategie deutscher Telekommunikationsanbieter, um Versorgungslücken zu schließen. Da mehrere Unternehmen in weltraumgestützte Lösungen investieren, könnten abgelegene Regionen bald von einem stabileren Mobilfunkempfang profitieren. Zudem könnte die Technologie eine Schlüsselrolle in der Katastrophenhilfe spielen, indem sie Kommunikationswege offenhält, wenn irdische Netze ausfallen.

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