20 April 2026, 14:09

Sexismusvorwürfe gegen Druckfrisch: Wenn Bücher von Autorinnen im Müll landen

Schwarz-weiß-Illustration eines Mannes mit Hut und einer Frau in einem Kleid, die eng beieinanderstehen und beide besorgt aussehen, umgeben von einem chaotischen Durcheinander aus Text und kleineren Bildern.

Sexismusvorwürfe gegen Druckfrisch: Wenn Bücher von Autorinnen im Müll landen

Das Literaturmagazin Druckfrisch des ARD gerät wegen Sexismusvorwürfen in die Kritik. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht die Besprechung zweier Bücher von Autorinnen durch Moderator Denis Scheck in einer Ende-März-Ausgabe. Seither fragen Zuschauer:innen und Schriftsteller:innen, ob das Format der Sendung eine respektlose Behandlung der Werke von Frauen fördert.

Am 29. März rezensierte Scheck in seiner gewohnt dramatischen Art Bücher von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy. Beide Werke wies er zurück und ließ sie – wie in der Sendung üblich – durch eine Rutsche in einen Mülleimer fallen. Passmann bezeichnete seine Kritik an ihrem Buch später als "sexistisch" und "grausam". Auch von Kürthy reagierte und ging in einem veröffentlichten Essay auf die Abwertung ihrer Schriftstellerei ein.

Die Autorin und Kritikerin Elke Heidenreich schloss sich der Debatte an und verurteilte Schecks Vorgehen sowie die Rolle des ARD, das dies ermöglicht. Sie argumentierte, dass Tonfall und Präsentation der Sendung veraltete Einstellungen perpetuierten. Der Sender hingegen verteidigte Druckfrisch und betonte, dass das Geschlecht bei literarischen Bewertungen keine Rolle spiele und die Sendung hohe Maßstäbe für alle Autor:innen anlege.

Zudem bekräftigte der ARD sein Engagement für Gleichberechtigung und vielfältige Perspektiven in seinem Programm. In einer Stellungnahme machte der Sender deutlich, dass Frauenfeindlichkeit in Druckfrisch oder anderen Formaten keinen Platz habe. Die Diskussion darüber, wo die Grenzen zwischen scharfer Kritik und respektvollem Diskurs liegen, hält derweil an.

Der Streit wirft Fragen auf, wie literarische Kritik im öffentlich-rechtlichen Fernsehen präsentiert werden sollte. Schecks rezensorische Methode – inklusive theatralischer Ablehnungen – bleibt ein zentraler Streitpunkt. Der Sender hingegen besteht darauf, dass seine Bewertungen fair und frei von geschlechtsspezifischen Vorurteilen seien.

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