St.-Johannis-Kirche in Soltau wird für über eine Million Euro saniert und modernisiert
Anna SchmittSt.-Johannis-Kirche in Soltau wird für über eine Million Euro saniert und modernisiert
Die St.-Johannis-Kirche in Soltau wird umfassend saniert, um ihr historisches Erbe zu bewahren und die Räumlichkeiten zu modernisieren. Die zwischen 1907 und 1908 erbaute Kirche ist seit jeher ein kultureller und sozialer Mittelpunkt der Stadt. Nun sollen dringende Reparaturen und Aufwertungen sicherstellen, dass sie auch künftig als lebendiger Ort für Gottesdienste, Veranstaltungen und lokale Begegnungen dient.
Das Projekt knüpft an die erste Phase an, die Mitte 2023 abgeschlossen wurde und unter anderem die Barrierefreiheit verbesserte sowie zentrale Bereiche sanierte. Für die nächste Etappe werden über eine Million Euro benötigt – bereits jetzt stehen 520.000 Euro aus dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags bereit.
Die Geschichte der Kirche ist von wiederholten Veränderungen geprägt: vom ursprünglichen Bau über Umgestaltungen in den 1970er-Jahren bis heute. Zwar prägten frühere Modernisierungen ihre heutige Nutzung, doch fehlen detaillierte Aufzeichnungen darüber, wie diese Arbeiten ihre Funktion beeinflussten. Nun rückt die Rettung ihrer alternden Schätze in den Fokus.
Zwei bedeutende Wandgemälde – Rudolf Schäfers Werk von 1921 und Carl Wiederholds Deckenmalerei aus dem Jahr 1907 – sind stark beschädigt. Ihre Restaurierung wird die ursprünglichen, leuchtenden Farben auf dem warmen elfenbeinfarbenen Untergrund wieder zum Strahlen bringen und so das historische Flair der Kirche neu erwecken. Auch die Orgel von 1968 bedarf der Instandsetzung, doch ihre Reparatur hängt von den Bauarbeiten ab: Staub und Schmutz müssen ferngehalten werden, um weitere Schäden zu vermeiden.
Die zweite Phase, die im Frühjahr 2025 beginnt, widmet sich der Bausubstanz. Alte Dämmungen werden erneuert, die Verglasung verbessert und die Elektroinstallationen auf den neuesten Stand gebracht. Zudem sind Sicherheitsnachrüstungen für die Empore geplant. Die Maßnahmen zielen darauf ab, das bauliche Erbe zu schützen und gleichzeitig den Anforderungen der Gegenwart gerecht zu werden.
Trotz des umfangreichen Umbaus soll die Kirche kein Museum werden. Vielmehr bleibt sie ihrem Ursprung als vielseitiger Gemeinschaftsort treu – mit Gottesdiensten, kulturellen Veranstaltungen und lokalen Aktivitäten. Bereits in der ersten Phase wurden der Gemeindesaal und Gruppenräume saniert sowie neue Zugänge geschaffen. Nun soll die nächste Etappe sicherstellen, dass das Gebäude auch in den kommenden Jahren funktional und einladend bleibt.
Die Sanierung der St.-Johannis-Kirche vereint Denkmalschutz mit praktischer Nutzerfreundlichkeit. Mit über einer Million Euro an Fördergeldern werden ihre Kunstschätze gerettet und die Infrastruktur modernisiert. Nach Abschluss der Arbeiten wird das Gebäude Soltau weiterhin als Ort der Andacht, der Kultur und der Gemeinschaft dienen – genau wie seit über einem Jahrhundert.