Urteil im Prozess um brutale Überfälle auf schwule Männer über Dating-Apps
Hannah SchneiderUrteil im Prozess um brutale Überfälle auf schwule Männer über Dating-Apps
Vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) neigt sich ein Prozess dem Ende entgegen, in dem sich sechs Angeklagte wegen gezielter Angriffe auf schwule Männer über Dating-Apps verantworten müssen. Die Gruppe soll demnach gefälschte Profile genutzt haben, um Opfer an abgelegene Orte zu locken, wo sie diese brutal überfielen und beraubten. Das Urteil wird am Dienstag um 9:00 Uhr in einer öffentlichen Verhandlung verkündet.
Die Angeklagten – drei junge Erwachsene und drei Jugendliche – müssen sich wegen schweren Raubes und systematischer Misshandlungen verantworten. Den Ermittlungen zufolge filmten die Täter ihre Angriffe, was die Schwere der Vorwürfe zusätzlich verschärft. Bislang gibt es jedoch keine Hinweise auf Verbindungen zur organisierten Kriminalität oder politische Motive hinter den Taten.
Wegen des jugendlichen Alters einiger Angeklagter fanden große Teile des Verfahrens unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Im Prozess wurde geschildert, wie die Opfer unter falschen Vorwänden an einsame Orte gelockt, dort überfallen, beraubt und weiter misshandelt wurden.
Der Fall rückt die Gefahren in den Fokus, die von der missbräuchlichen Nutzung von Dating-Plattformen für gewalttätige Straftaten ausgehen. Die Staatsanwaltschaft wirft der Gruppe vor, mit Planung und Vorsatz gehandelt zu haben, indem sie digitale Täuschungsmanöver einsetzte, um gezielt schutzbedürftige Personen ins Visier zu nehmen.
Das Landgericht Frankfurt (Oder) wird am Dienstagmorgen in einer öffentlichen Sitzung sein Urteil verkünden. Die Entscheidung wird über die rechtlichen Konsequenzen für die sechs Angeklagten bestimmen. Der Prozess hat die Risiken räuberischen Verhaltens auf Dating-Apps und die schweren Folgen für die Opfer deutlich gemacht.






