VW entwickelt erste Eigenbau-Batteriezelle – doch Bürokratie bremst Fortschritt aus
Anna SchmittVW entwickelt erste Eigenbau-Batteriezelle – doch Bürokratie bremst Fortschritt aus
Volkswagen hat in nur drei Jahren an seinem Standort in Salzgitter die erste hauseigene Batteriezelle entwickelt. Der Durchbruch gelingt dem Konzern inmitten seines Vorstoßes in die Elektromobilität. Doch ein hochrangiger Manager warnt, dass Deutschlands überbordende Regulierung und zögerliche Reformen die industrielle Zukunft des Landes gefährden könnten.
Auf der Hannover Messe forderte Thomas Schmall, im Volkswagen-Vorstand für Technologie zuständig, dringendes Handeln. Er rief Politiker auf, eine "Made-in-Europe"-Reformagenda zu unterstützen, und betonte die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft.
Schmall kritisierte insbesondere die übermäßige Bürokratie in Deutschland, wo es 60 bis 70 Prozent mehr Vorschriften gebe als in anderen westeuropäischen Ländern. Als Beispiel nannte er das Volkswagen-Batteriewerk in Salzgitter, wo Behörden Brandschutzsysteme verlangten, "die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt".
Hohe Energiekosten und teure Compliance-Anforderungen schwächen Schmall zufolge zusätzlich die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Trotz der technologischen Stärken des Landes sei das Tempo der Veränderungen zu langsam, monierte er. Zwar habe Volkswagen selbst durch Fortschritte in der Elektromobilität an Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit gewonnen – doch die übergeordneten wirtschaftlichen Herausforderungen blieben bestehen.
Der Fortschritt bei der Batterietechnologie markiert für Volkswagen einen wichtigen Schritt in seiner Strategie für Elektrofahrzeuge. Doch Schmalls Warnungen verweisen auf tiefgreifendere Probleme der deutschen Industrie. Ohne schnellere Reformen und weniger Bürokratie könnte die wirtschaftliche Position des Landes weiter unter Druck geraten.






