15 May 2026, 20:04

VW verklagt: Norwegens Pensionsfonds zieht wegen Diesel-Skandal vor Gericht

Eine Liniendiagramm, das die Löhne in den Vereinigten Staaten mit begleitendem erklärendem Text zeigt.

VW verklagt: Norwegens Pensionsfonds zieht wegen Diesel-Skandal vor Gericht

Volkswagen sieht sich mit einer neuen Klage eines seiner größten Aktionäre wegen des Diesel-Abgasskandals konfrontiert. Norwegens staatlicher Pensionsfonds NBIM hat angekündigt, den Konzern zu verklagen, da nach seiner Überzeugung Führungskräfte von der illegalen Abgas-Software gewusst haben müssen. Gleichzeitig hat der Autobauer trotz Rekordverlusten im Jahr 2015 Tausenden Mitarbeitern einen Bonus von fast 4.000 Euro zugesagt.

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Die Gewinnbeteiligung in Höhe von 3.950 Euro pro Beschäftigtem wurde im Rahmen des hausinternen Tarifvertrags von VW bestätigt. Die Auszahlung erfolgt mit den Mai-Gehältern, nachdem sich Management und Betriebsratsvertreter geeinigt hatten. Stephan Weil, der SPD-Ministerpräsident Niedersachsens und Mitglied des VW-Aufsichtsrats, unterstützte die Vereinbarung.

Für die Führungsebene sieht die Lage anders aus: Vorstandsmitglieder haben einen Teil ihrer variablen Vergütung für drei Jahre gestundet und diese an die Aktienperformance des Unternehmens geknüpft. Ihre Bezüge für 2015 werden deutlich sinken – ähnlich wie die gekürzten Boni für die Belegschaft. Doch der Streit um die Managergehälter bleibt ungelöst, wobei SPD-Chef Sigmar Gabriel die Praxis kritisiert.

Der juristische Druck auf Volkswagen wächst. NBIM, das rund 1,64 Prozent der VW-Stimmrechte hält, wirft der Konzernführung vor, die manipulierende Abschalteinrichtung nicht offengelegt zu haben. Der Fonds hat durch den Kurssturz der Aktie Hunderte Millionen Euro verloren. Sollte die Klage erfolgreich sein, könnte sie die ohnehin schon hohen Rechtskosten des Konzerns weltweit um Milliarden erhöhen.

Der Bonus von 3.950 Euro für die Belegschaft steht im krassen Gegensatz zu den finanziellen Folgen des Abgasskandals. Während Führungskräfte mit gestundeten und gekürzten Bezügen rechnen müssen, bereitet sich das Unternehmen auf weitere juristische Auseinandersetzungen vor. Das Ergebnis der NBIM-Klage könnte in den kommenden Jahren erhebliche finanzielle Auswirkungen auf Volkswagen haben.

Quelle