14 April 2026, 00:09

Warum Misstrauen gegenüber Demokratie Rechtspopulisten wie die AfD stärkt

Gelblicher Zeitungsausschnitt mit schwarzer Tinte, ├ťberschrift "Semanario Rep├║blicano Democr├ítico Federal", mit dem Wort "Diskussion" und leichten Knitterfalten.

Warum Misstrauen gegenüber Demokratie Rechtspopulisten wie die AfD stärkt

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum Misstrauen gegenüber demokratischen Institutionen den Aufstieg rechtsextremer Bewegungen befeuert. In seinem neuesten Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Skepsis gegenüber Staat, Gerichten, Wissenschaft und Medien Menschen in die Arme populistischer Parteien treibt. Seine Erkenntnisse werfen ein Licht auf den wachsenden Einfluss von Gruppen wie der deutschen AfD oder Figuren wie Donald Trump.

El-Mafaalani argumentiert, dass misstrauische Menschen sich oft mit Gleichgesinnten verbünden, die ihre Zweifel teilen. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" bilden enge Netzwerke, die ihre Ablehnung etablierter Institutionen noch verstärken. Digitale Medien haben es solchen Gruppen erleichtert, sich in bisher unbekanntem Ausmaß zu vernetzen und zu organisieren.

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Laut seiner Forschung erwarten die Angehörigen dieser Gemeinschaften von den rechtspopulistischen Parteien, die sie unterstützen, gar keine Kompetenz. Selbst wenn die AfD ihre Versprechen nicht einlöst, werden ihre Wähler ihr Misstrauen gegenüber der Demokratie kaum aufgeben. Der Reiz der Partei liegt in ihrer Feindseligkeit gegenüber liberalen Institutionen – nicht in ihrer Fähigkeit, effektiv zu regieren.

Populistische Strategen untergraben gezielt das Vertrauen in demokratische Systeme, wie El-Mafaalani betont. Sobald Parteien wie die AfD an der Macht sind, lassen sie sich nicht einfach als inkompetent "entlarven". Ihre Anhänger bleiben ihnen treu, weil ihre Loyalität auf gemeinsamem Misstrauen beruht – und nicht auf politischen Erfolgen.

Peter Unfried, Chefredakteur des Magazins "FUTURZWEI", hat gefragt, wie Gesellschaften diesem Trend begegnen können. El-Mafaalani deutet an, dass herkömmliche Gegenmaßnahmen – etwa Faktenchecks oder das Aufdecken populistischer Versagen – nicht ausreichen. Stattdessen könnte der Wiederaufbau von Vertrauen in Institutionen tiefgreifendere und nachhaltigere Anstrengungen erfordern.

El-Mafaalani zeigt mit seiner Analyse, wie schwierig es ist, den Rechtspopulismus zu bekämpfen. Seine Forschung belegt, dass tief verwurzeltes Misstrauen sich kaum mit herkömmlichen politischen Strategien überwinden lässt. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit neuer Ansätze, um das Vertrauen in demokratische Systeme und Institutionen wiederherzustellen.

Quelle