Wasserstoff-Strategie scheitert: Milliarden bleiben ungenutzt – wer trägt die Schuld?
Marie RichterWasserstoff-Strategie scheitert: Milliarden bleiben ungenutzt – wer trägt die Schuld?
Die Kritik an Deutschlands Wasserstoff-Investitionsstrategie wächst, da Mittel ungenutzt bleiben und die gesetzten Ziele verfehlt werden. Grünen-Politiker werfen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger vor, Steuergelder für Projekte mit geringem Nutzen zu verschwenden. Gleichzeitig treibt die Bundesregierung den Ausbau eines Wasserstoff-Kernnetzes voran, das vor allem industrielle Abnehmer versorgen soll.
Die bayerische Landesregierung hatte bis Ende 2025 fast 142 Millionen Euro für Energieforschungsförderungen vorgesehen. Doch mehr als die Hälfte dieser Mittel blieb unangetastet. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Wasserstoff-Infrastruktur: Subventionen für Tankstellen wurden kaum in Anspruch genommen. Von den vorgesehenen 61 Millionen Euro flossen nur 16,3 Millionen – zudem gaben Empfänger sogar 9 Millionen Euro zurück, weil Projekte storniert wurden.
Das Tankstellen-Förderprogramm lief offiziell aus, nachdem nur 20 Stationen fertiggestellt wurden – statt der ursprünglich geplanten 100. Auch der Bau von Elektrolyseuren stockt: Von den bis 2025 veranschlagten 120 Millionen Euro wurden lediglich 4,1 Millionen ausgezahlt. Energieexperten zweifeln inzwischen daran, ob Wasserstoff für Heizungen oder den Verkehr jemals wirtschaftlich sinnvoll sein wird, angesichts der hohen Produktionskosten.
Trotz dieser Rückschläge setzt die Bundesregierung auf den Ausbau des Wasserstoff-Kernnetzes. Das System soll vor allem Industriekunden beliefern, doch Deutschland bleibt – ähnlich wie beim heutigen Erdgas – stark von Importen abhängig.
Die zögerliche Entwicklung der Wasserstoff-Infrastruktur wirft Fragen zur Effizienz der öffentlichen Ausgaben auf. Bei schwacher Nachfrage und verfehlten Zielen klafft eine große Lücke zwischen bewilligten Mitteln und tatsächlichen Ergebnissen. Der weitere Fokus der Regierung auf industriellen Wasserstoffeinsatz deutet auf einen Rückzug von breiteren Anwendungen in Wärme und Verkehr hin.






