05 June 2026, 17:57

Wer wird Deutschlands Olympiakandidat 2036? DOSB steht vor schwieriger Wahl

Berlin und Olympia

Wer wird Deutschlands Olympiakandidat 2036? DOSB steht vor schwieriger Wahl

Deutschland steht kurz vor der Entscheidung, welche Stadt sich um die Austragung der Olympischen Spiele 2036 bewerben soll. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird bis zum 26. September zwischen Berlin, Hamburg, München und Nordrhein-Westfalen wählen. Doch politische und öffentliche Hürden könnten den Prozess noch zum Scheitern bringen.

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In Berlin hat Bürgermeister Kai Wegner eine Volksabstimmung über die Bewerbung vorgeschlagen, doch rechtliche Vorgaben bedeuten, dass ein solches Referendum mindestens ein Jahr Vorbereitungszeit benötigen würde. Unterdessen sammelt die Oppositionsgruppe „NoOlympia“ bereits Unterschriften, um das Vorhaben zu blockieren.

Die endgültige Entscheidung des DOSB fällt nur wenige Tage nach der Berliner Landtagswahl am 20. September. Das Wahlergebnis könnte mitentscheiden, ob die Hauptstadt im Rennen bleibt. Wegners Plan für ein Referendum stößt auf Widerstand bei Grünen und Linken, die eine Verzögerung der Entscheidung ablehnen.

Auch Hamburgs Bewerbung wirkt unsicher. Umfragen zeigen eine gespaltene Meinung – eine klare Mehrheit für die Spiele ist nicht in Sicht. 2015 hatten die Hamburger Bürger eine Olympische Bewerbung mit 51,6 Prozent abgelehnt, ein Ergebnis, das die aktuellen Diskussionen noch immer überschattet. Während in München und Nordrhein-Westfalen etwa zwei Drittel der Bevölkerung hinter der Idee stehen, bleibt die Unterstützung in Hamburg ungewiss.

Eine Bewerbung Berlins birgt zusätzliche Risiken. Selbst wenn die Stadt ausgewählt würde, könnten die Bürger den Plan 2027 in einem Referendum noch zu Fall bringen. Rechtliche Hürden erschweren die Lage: Weder Berlin noch Hamburg erfüllen derzeit die Voraussetzungen für eine schnelle Volksabstimmung. Nur drei der 16 Bundesländer erlauben solche Referenden, sodass die Entscheidung letztlich bei Politikern und Sportfunktionären liegt.

Der Widerstand wächst bereits. Die „NoOlympia“-Kampagne sammelt Unterschriften, um eine Abstimmung gegen die Spiele zu erzwingen, und argumentiert, dass die Kosten und Belastungen die Vorteile überwiegen würden. Ihre Bemühungen könnten Berlins Chancen weiter verzögern oder sogar zunichtemachen.

Die DOSB-Entscheidung am 26. September wird den Weg Deutschlands zu den Olympischen Spielen vorgeben. Doch ohne starke öffentliche Unterstützung könnten Berlin und Hamburg Schwierigkeiten haben, voranzukommen. München und Nordrhein-Westfalen erscheinen als die sichersten Optionen, da sie über eine höhere Zustimmung verfügen.

Falls Berlin ausgewählt wird, könnte die Bewerbung dennoch 2027 einer Volksabstimmung unterzogen werden. Vorerst hängt das Ergebnis von der anstehenden Wahl und der endgültigen DOSB-Entscheidung ab.

Quelle