Wie Kim's Convenience aus einem Tante-Emma-Laden eine Erfolgsgeschichte machte
Jonas HoffmannWie Kim's Convenience aus einem Tante-Emma-Laden eine Erfolgsgeschichte machte
Eine koreanische Einwandererfamilie betreibt einen kleinen Tante-Emma-Laden in Toronto und kämpft mit Alltagsproblemen und Generationenkonflikten. Die Geschichte Kim's Convenience begann als erfolgreiches Theaterstück, bevor sie zu einer beliebten Fernsehserie wurde. Mit einer Mischung aus Humor und Herzenswärme wirft sie einen Blick auf das Leben von Einwanderern in Kanada.
Das Stück feierte 2011 beim Toronto Fringe Festival Premiere und wurde schnell zum Publikumsmagneten. Geschrieben von und mit Ins Choi in der Rolle des Appa, des sturköpfigen, aber hingebungsvollen Familienoberhaupts, ging es später auf Tournee – unter anderem Off-Broadway, im Londoner West End und in Washington, D.C. Die Inszenierung setzte auf spielerische komödiantische Elemente, etwa Appas übertriebene, fast übermenschliche Griffkraft, um das Publikum zum Lachen zu bringen.
Im Mittelpunkt der Handlung steht die Familie Kim, die vor Jahrzehnten Korea verließ, um sich in Kanada ein neues Leben aufzubauen. Ihr Laden, eine Institution im Viertel, steht plötzlich vor einer ungewissen Zukunft, als in der Nähe ein Walmart eröffnet. Ein lukratives Kaufangebot kommt auf den Tisch, doch für Appa wäre ein Verkauf Verrat an seiner Lebensleistung und seinem Erbe. Sein hitziges Temperament und seine altmodischen Ansichten bringen ihn immer wieder mit seiner Frau und seinen Kindern in Konflikt.
Tochter Janet arbeitet zwar im Laden mit, träumt aber von einer Karriere als Fotografin – ein Vorhaben, das bei Appa auf wenig Verständnis stößt, der erwartet, dass sie bleibt. Unterdessen entwickelt Alex, ein junger Polizist und Jugendfreund von Appas Sohn, romantische Gefühle für Janet. Appa lehnt die Beziehung strikt ab, was die ohnehin angespannte Familiendynamik weiter belastet.
Die Mischung aus scharfem Witz und nachvollziehbaren Einwanderer-Erfahrungen traf bei den Zuschauern einen Nerv. Die Serie brachte koreanisch-kanadische Geschichten ins Rampenlicht der Unterhaltungsbranche, ohne dabei den Fokus auf familiäre Bindungen und kulturelle Identität zu verlieren. Der Erfolg des Stücks ebnete den Weg für die spätere Adaption als viel gesehenen Fernsehserie.






