Wilhelmshavener Initiative kämpft für mehr Transparenz im Stadtrat
Hannah SchneiderWilhelmshavener Initiative kämpft für mehr Transparenz im Stadtrat
Lokale politische Gruppe in Wilhelmshaven fordert mehr Transparenz bei Ratssitzungen
Die lokale Initiative SG Zukunft in Wilhelmshaven setzt sich für strengere Regeln bei nicht-öffentlichen Sitzungen des Stadtrats ein. Die Gruppe kritisiert, dass die aktuelle Praxis das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger untergräbt, und pocht darauf, dass Geheimhaltung nur in seltenen, gut begründeten Ausnahmefällen Anwendung finden sollte.
Der Fraktionsvorsitzende Jan Höttges übt scharfe Kritik an der bisherigen Vorgehensweise des Rates: Dieser blockiere oft ohne triftigen Grund die Transparenz. Pauschale oder vage Begründungen für nicht-öffentliche Beratungen seien nicht mehr hinnehmbar, warnt Höttges. Stattdessen müsse jeder Fall eine klare, schriftliche Begründung liefern, warum eine öffentliche Debatte unmöglich sei.
Rechtliche Grundlage für diese Forderung ist § 7 der Geschäftsordnung des Rates. SG Zukunft verlangt, dass diese Regel konsequenter angewendet wird: Themen sollten grundsätzlich öffentlich behandelt werden, es sei denn, es liegen stichhaltige Gründe für Vertraulichkeit vor. Bleiben die Begründungen schwammig, riskiere der Rat, gegen eigene Verfahren zu verstoßen und die Kontrollmöglichkeiten der Mitglieder einzuschränken, so die Gruppe.
Ziel der Initiative ist auch, das generelle Vertrauen in die lokale Politik zu stärken. Nach Ansicht von SG Zukunft haben häufige nicht-öffentliche Sitzungen ohne nachvollziehbare Begründung das Vertrauen in politische Entscheidungsprozesse beschädigt. Als Lösung schlagen sie eine verbindliche Regelung vor: Jeder Tagesordnungspunkt, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten wird, muss künftig eine detaillierte, fallbezogene Begründung enthalten.
Die Reformbestrebungen zielen darauf ab, die Arbeit des Stadtrats grundsätzlich offener zu gestalten. Werden die Änderungen umgesetzt, müssten Verantwortliche Geheimhaltung strenger begründen – oder Diskussionen von vornherein öffentlich führen. Die Folgen könnten die künftige Balance zwischen Transparenz und Vertraulichkeit in den Sitzungen des Wilhelmshavener Stadtrats neu definieren.






