Wolfenbüttel lehnt umstrittene Büchereifusion trotz Haushaltsdruck ab
Anna SchmittWolfenbüttel lehnt umstrittene Büchereifusion trotz Haushaltsdruck ab
Der Stadtrat von Wolfenbüttel hat einen Plan zur Fusion der Stadtbücherei mit der Kreisbibliothek abgelehnt. Der von der CDU eingebrachte Vorschlag zielte darauf ab, angesichts anhaltender Haushaltsengpässe bei beiden Kommunalverwaltungen Kosten zu sparen. Betroffen gewesen wären drei zentrale Kultureinrichtungen: die Herzog August Bibliothek, die Stadtbücherei sowie die Volkshochschule.
Die CDU argumentierte, dass die Zusammenlegung der beiden Buchbestände Geld sparen und die Dienstleistungen effizienter gestalten würde. Als Hauptgrund führte sie die angespannten Haushalte von Stadt und Landkreis an. In den vergangenen fünf Jahren verzeichnete die Stadtbücherei einen Rückgang der Nutzungszahlen um 15 Prozent, während die Ausleihen der Kreisbibliothek um 5 Prozent stiegen – bedingt durch digitale Angebote und verändertes Nutzerverhalten während der Pandemie.
Zudem sollte die Fusion die Logistik vereinfachen. Derzeit werden Bücher zwischen der Volkshochschule und einem Büchereibus hin- und hertransportiert, was die Betriebskosten erhöht. Durch die Zentralisierung der Ressourcen im Bereich der Harzstraße hätte der Vorschlag die Räumlichkeiten am Bahnhof und in der Volkshochschule besser nutzen sollen.
Ein weiteres Ziel war die Entlastung des 6,2-Millionen-Euro-Defizits der Volkshochschule. Die CDU setzte auf kommunale Zusammenarbeit, um die Finanzen zu stabilisieren. Trotz dieser Argumente lehnte der Rat den Plan mit Mehrheit ab.
Die Entscheidung bedeutet, dass Wolfenbüttels Kultureinrichtungen vorerst unverändert bleiben. Stadt- und Kreisbibliothek werden weiterhin getrennt betrieben, während das Defizit der Volkshochschule durch diesen Vorschlag nicht behoben wird. Die finanziellen Belastungen für Stadt und Landkreis bestehen fort – eine alternative Lösung ist derzeit nicht in Sicht.






