Anonymer Hinweis führt Ermittler zu illegaler Tankstelle - Zoll deckt illegale Heizöl-Nutzung als Kraftstoff in Bovenden auf
Zollfahnder haben in Bovenden bei Göttingen eine illegale Kraftstoffoperation aufgedeckt. Aufgrund eines anonymen Hinweises durchsuchten Beamte ein Lager, in dem Heizöl offenbar als Fahrzeugtreibstoff verwendet wurde. Noch vor Ort leiteten die Behörden ein Steuerhinterziehungsverfahren ein.
Im Depot befanden sich vier Lagertanks mit einem Gesamtfassungsvermögen von 3.200 Litern. Etwa die Hälfte war mit rot eingefärbtem Heizöl gefüllt – ein klares Indiz dafür, dass es für Heizungsanlagen und nicht für den Straßenverkehr bestimmt war. Untersuchungen an Privatfahrzeugen bestätigten, dass diese mit dem gefärbten Öl statt mit regulärem Diesel betrieben wurden.
Der Steuerausfall durch die Hinterziehung beläuft sich bereits auf über 1.600 Euro. Die Ermittler arbeiten nun daran, die gekaufte Menge an Heizöl zu ermitteln und ob Teile davon an Dritte weiterverkauft wurden. Den Verantwortlichen drohen hohe Geldstrafen oder Haftstrafen von bis zu fünf Jahren.
Solche Fälle sind in den letzten Jahren seltener geworden. Zwischen 2021 und 2025 ging die Nutzung von gefärbtem Heizöl als Kraftstoff in Bundesländern wie Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen deutlich zurück. Strengere Zollkontrollen und verschärfte Strafen nach der Heizölverordnung von 2023 senkten die gemeldeten Fälle von etwa 15.000 im Jahr 2021 auf weniger als 3.000 bis 2025.
Die Ermittlungen in Bovenden laufen noch. Die Behörden konzentrieren sich auf das Ausmaß der Operation und eine mögliche weitere Verbreitung. Bei einer Verurteilung müssen die Beteiligten die hinterzogenen Steuern nachzahlen sowie mit zusätzlichen Strafen rechnen. Der Fall passt in den allgemeinen Trend sinkender Kraftstoffbetrugsfälle dank konsequenterer Überwachung.