Zuckersteuer ab 2028: Warum die Bundesregierung jetzt hart durchgreift
Jonas HoffmannZuckersteuer ab 2028: Warum die Bundesregierung jetzt hart durchgreift
Die deutsche Bundesregierung treibt ihre Pläne für eine Zuckersteuer auf gesüßte Getränke voran, die 2028 in Kraft treten soll. Die geplante Abgabe zielt darauf ab, den Zuckerkonsum zu reduzieren und gleichzeitig jährlich schätzungsweise 450 Millionen Euro einzunehmen. Streitigkeiten über frühere Zuckerreduktionen und Lobbyarbeit der Industrie haben jedoch für Kontroversen gesorgt.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigte die bevorstehende Steuer als notwendigen Schritt. Sie argumentierte, dass diese sowohl finanzielle als auch gesundheitspolitische Ziele verfolge, indem sie übermäßigen Zuckerkonsum entmutige.
Unterdessen hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium zuvor einen Rückgang des Zuckergehaltes in Erfrischungsgetränken um 15 Prozent zwischen 2018 und 2024 behauptet. Interne Berichte zeigten jedoch, dass die tatsächliche Reduktion nur 9,1 Prozent betrug – und das auch nur bei bestimmten marktrelevanten Produkten. Das Max Rubner-Institut stellte zudem fest, dass es in gesüßten Getränken insgesamt keine nennenswerte Veränderung des Zuckergehaltes in diesem Zeitraum gab.
Kritiker wie Luise Molling von der Verbraucherorganisation Foodwatch warfen dem Ministerium vor, Fortschritte übertrieben darzustellen, um strengere Regulierungen zu vermeiden. Das Ministerium wies den Vorwurf der Irreführung zurück und hielt an seinen Angaben fest. Hinter den Kulissen setzen sich derweil Lobbyisten der Zucker- und Getränkeindustrie bei Abgeordneten dafür ein, die Steuer vor ihrer Einführung zu verhindern.
Die genauen Modalitäten der Abgabe sind noch unklar, doch Berichten zufolge sollen Getränke mit weniger als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter befreit werden. Stark gezuckerte Produkte würden dagegen mit Zusatzkosten belegt. Die Zuckersteuer ist für 2028 geplant und soll jährlich rund 450 Millionen Euro einbringen. Sollte sie umgesetzt werden, würde dies einen Wandel in der deutschen Politik zur Bekämpfung des Zuckerkonsums markieren. Widerstand aus der Industrie und widersprüchliche Daten zu früheren Reduktionserfolgen könnten jedoch noch Einfluss auf die endgültige Ausgestaltung nehmen.






