18 April 2026, 10:03

ADNOC übernimmt Covestro: Wie die Fusion die Chemieindustrie verändert

Liniengraph, der den Anstieg der BAA-Ausgaben über verschiedene Industriegruppen hinweg zeigt, mit begleitendem Erläuterungstext.

ADNOC übernimmt Covestro: Wie die Fusion die Chemieindustrie verändert

ADNOC-Übernahme des deutschen Chemiekonzerns Covestro steht kurz vor dem Abschluss

Der staatliche Konzern aus Abu Dhabi legte am 20. März ein Pflichtangebot zum Ausscheiden der Minderheitsaktionäre vor und bewertete die Aktien mit je 59,46 Euro. Der aktuelle Börsenkurs von Covestro liegt mit 59,54 Euro nur knapp darüber.

Die Transaktion markiert den letzten Schritt einer umfassenden Branchenumstrukturierung. ADNOC und der österreichische Mineralölkonzern OMV haben Borealis, Borouge und Nova Chemicals zur Borouge Group International (BGI) fusioniert. Nach der vollständigen Integration bis Ende März 2026 wird BGI zum viertgrößten Kunststoffhersteller der Welt – mit Covestro als Teil des neuen Verbunds. Die Führung des Konzerns übernimmt Roger Kearns als Vorstandsvorsitzender, während Stefan Doboczky als Vertriebsvorstand (Chief Commercial Officer) fungiert.

Deutschlands Chemieindustrie bleibt unter Druck BASF-Chef Markus Kamieth bezeichnete die aktuelle Lage als die "schwierigste seit 25 Jahren" und verwies auf explodierende Energiekosten sowie verschärften globalen Wettbewerb. Das Ifo-Institut prognostiziert bis 2026 weitere Produktionskürzungen und Stellenabbau – eine zusätzliche Belastung für die Branche.

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Lichtblick: Tarifabschluss für Beschäftigte Trotz der Krise einigte sich die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) mit dem Arbeitgeberverband BAVC auf eine Lohnerhöhung: 2027 steigen die Gehälter um 2,1 Prozent, 2028 folgt eine weitere Anpassung um 2,4 Prozent.

Neuordnung des globalen Kunststoffmarkts Die Integration von Covestro in die BGI wird die Wettbewerbslandschaft nachhaltig verändern. Der Abschluss der Übernahme hängt nun vom erfolgreichen Pflichtangebot ab – ADNOCs Kaufpreis liegt dabei nur knapp unter dem aktuellen Börsenkurs. Während die Branche in Deutschland mit Lohnzuwächsen kurzfristig Entlastung erfährt, warnen Experten vor weiteren Einschnitten in den kommenden Jahren.

Quelle